Kein Schlummertrunk

Warum uns Alkohol schlechter schlafen lässt

Regeneration & Schlaf
05.02.2026 17:00

Egal, ob Bier, Wein oder Cocktails: Alkohol hilft beim Einschlafen – sabotiert aber die Nacht(ruhe)! Warum das Feierabend-Gläschen die „REM-Phase“ stört, den Schlaf unruhig macht und uns am nächsten Tag müde und unkonzentriert, erklärt „Krone“-Schlafmediziner Dr. Michael Saletu. Plus: welche Alternativen es gibt.

Wer nach einem Feierabend-Gläschen schneller einschläft, denkt womöglich: Perfekt, das wirkt! Doch genau hier beginnt der Irrtum. Dabei handelt es sich – scherzhaft ausgedrückt – um eine „Happy-Hour-Illusion“. „Alkohol beeinträchtigt den Schlaf aus mehreren Gründen: Er wirkt zunächst sedierend [Anmerkung: beruhigend], sodass man schneller einschläft, doch dieser Effekt täuscht“, erklärt Schlafmediziner Dr. Michael Saletu. Was sich also anfühlt wie ein Schlummertrunk, entpuppt sich nachts als Schlafstörenfried.

„Im weiteren Verlauf stört Alkohol die sogenannte Schlafarchitektur, insbesondere die REM-Phase, die für Emotionsregulation und motorisches Gedächtnis wichtig ist“, so Dr. Saletu über jene Phase, in der also Träume entstehen, Emotionen verarbeitet werden und das motorische Gedächtnis arbeitet. Studien zeigen, dass selbst moderate Mengen Alkohol die REM-Dauer verkürzen und in die zweite Nachthälfte verschieben.

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Alkohol führt zu häufigem Aufwachen, unruhigem Schlaf und einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Atemaussetzer.

Dr. Michael Saletu, Schlafmediziner und Neurologe

Hinzu kommt ein weiterer Effekt: „Außerdem führt Alkohol zu häufigem Aufwachen, unruhigem Schlaf und einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Schnarchen oder Atemaussetzer“, ergänzt der Schlafmediziner. „Das Ergebnis: Man schläft zwar scheinbar gut ein, aber die Schlafqualität sinkt erheblich, was zu Tagesmüdigkeit und Konzentrationsproblemen führt.“ Ein weiterer Grund dafür: Da der Körper den Alkohol nachts abbaut, werden Stresshormone freigesetzt.

Schlummertrunk und seine Folgen

  • weniger und spätere REM-Phasen
  • häufigeres nächtliches Aufwachen
  • unruhiger, oberflächlicher Schlaf
  • verstärktes Schnarchen und mehr Atemaussetzer
  • Müdigkeit und Konzentrationsprobleme am darauffolgenden Tag

Alkoholische Getränke bringen zudem den zirkadianen Rhythmus durcheinander und wirken harntreibend. Beides sorgt dafür, dass man öfter aufwacht – die „Pinkel-Break“ wird zur unfreiwilligen Schlafpause.

Wer erholt aufwachen möchte, sollte daher abends – mindestens 3 bis 4 Stunden vor dem Zubettgehen – keinen Alkohol mehr trinken, sondern eine Schale beruhigenden Tee. Mittlerweile gibt es zahlreiche Sorten, die nicht nur entspannen, sondern auch gut schmecken. Hilfreich sind zudem feste, regelmäßige Schlafenszeiten, eine ruhige Schlafumgebung und entspannende Abendrituale – alles ganz ohne Promille.

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