Ein Verletzungsdrama um US-Superstar Lindsey Vonn hat den Olympia-Triumph ihrer Landsfrau Breezy Johnson in der Damen-Abfahrt am Sonntag überschattet. Silber ging in Cortina an die Deutsche Emma Aicher (+0,04 Sekunden), Bronze holte die Italienerin Sofia Goggia (+0,59). Als beste Österreicherin landete Conny Hütter (+0,86) auf Rang vier.
Die 41-jährige US-Amerikanerin kam schon vor der ersten Zwischenzeitmessung zu Fall, überschlug sich und blieb liegen. Das Rennen war danach für längere Zeit unterbrochen. Vonn fuhr mit einer Teilprothese im rechten Knie, im linken Knie hatte sie sich vor etwas mehr als einer Woche laut eigenen Angaben einen totalen Riss des Kreuzbandes zugezogen. Über ihren Zustand gibt es noch keine gesicherten Angaben.
Rot-weiß-rote Durststrecke
Die Medaillen-Durststrecke des ÖSV bei olympischen Frauen-Abfahrten setzte sich indes fort. Zuletzt hatte Elisabeth Görgl 2010 in Vancouver Bronze gewonnen – seitdem wartet der heimische Verband auf Nachschub. Ariane Rädler belegte den achten Platz, Vizeweltmeisterin Mirjam Puchner wurde Elfte. Nina Ortlieb blieb bei einem Sturz ohne schwere Verletzungen.
„Um die Bronzene hätte ich mich, glaube ich, mit der Sofia schon duellieren können, das tut weh. Ich habe einen Fehler gemacht – meine Schuld“, sagte Hütter. „Ich habe schon gewusst, dass es nicht reichen wird, weil ich gewusst habe, wer noch oben steht. Aber es ist Skifahren, ich werde mich nach meinen ganzen Verletzungen einfach nicht so auseinanderreißen lassen.“ Am Vortag hatte mit Skispringerin Lisa Eder bereits eine ÖOC-Athletin einen vierten Platz gemacht.
Rädler erklärte, ihre Fahrt sei nicht perfekt gewesen. „Ich wollte nicht zurückziehen und habe echt alles gegeben, aber vielleicht war es einmal zu viel. Es zählt nur 1,2,3 – von dem her ist es echt schade.“ Puchner, die nach Vonn lange warten musste, meinte, sie müsse den heutigen Tag abhaken. „Wir haben noch zwei Chancen, wo wir Gas geben müssen.“
Packendes Duell von Johnson und Aicher
Rädler hatte als erste der Österreicherinnen mit Nummer 2 eine passable Zeit vorgelegt, die bis zu Johnson hielt. Die Weltmeisterin ging mit Nummer 6 auf die Strecke und stieß in eine neue Dimension vor. Vor allem im Schlussabschnitt imponierte die Fahrt der 30-Jährigen mit kompromissloser Attacke. Aicher ließ die Uhr nur eine Winzigkeit später stoppen.
Hier der Endstand:
Hütter kam nach starkem Mittelteil einmal zu oft von der Ideallinie ab und lag am Ende 0,86 Sekunden hinter Johnson. Danach ging mit Nummer 13 Vonn ins Rennen und stürzte bereits nach 13 Fahrsekunden. Als Erste nach der folgenden, knapp 20-minütigen Unterbrechung war Puchner an der Reihe, nach ihr Lokalmatadorin Goggia (+0,59). Mit Startnummer 17 kam die US-Amerikanerin Jacqueline Wiles auf die gleiche Zeit wie Hütter.
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