Digitaler Spagat

Junge als IT-Hoffnung umworben und verteufelt

Wien
08.02.2026 05:00

Einer Generation, die „endlich das Handy weglegen“ soll, wird zugleich der Mund auf Karrieren mit Computern und Künstlicher Intelligenz wässrig gemacht – ein schwieriger Spagat, wie auch die Stadt Wien zugibt, die digitale Kompetenz mit Workshops der Wirtschaftsagentur fördern will. 

Manchmal ist beim KI-Workshop der Wirtschaftsagentur an diesem Vormittag nicht klar, wer die Lehrer und wer die Schüler sind – zum Beispiel, als ein 14-Jähriger höflich ergänzt, was die Vortragende gerade über die Kühlung von Serverräumen gesagt hat. Wissenslücken gibt es natürlich auch: Die meisten aus der anwesenden Schulklasse staunen etwa, dass „100 Anfragen an ChatGPT so viel Strom verbrauchen wie eine Handy-Ladung“ oder wenn sie hören, wie oft KI einfach blanken Unsinn verzapft.

„Man darf den Kopf nicht in den Sand stecken“
Dass die Wirtschaftsagentur die Jugendlichen für den kommenden Bedarf an IT-Berufen interessieren will und ihnen umgekehrt Erwachsene sagen, sie würden „nur am Handy kleben“, nehmen die meisten achselzuckend zur Kenntnis. Sie haben längst ihre eigene Meinung dazu, wie im Gespräch mit der „Krone“ klar wird – und es ist zumindest bei dieser Klasse eine, die mit ihrer Reife überrascht (siehe unten).

Das Handy sollte man nicht verhindern, sondern Chancen für sinnvolle Nutzung bieten, zum Lernen zum Beispiel – denn was mich interessiert, das merke ich mir auch.

Alina, 13

Wir sollen das Handy weglegen – sagen uns die, die es oft viel mehr in der Hand haben. IT-Berufe sind ohnehin nichts für mich: Ich liebe es, mit den Händen zu arbeiten.

Robert, 13

Ich verwende ChatGPT nur, wenn ich bei Aufgaben wirklich nicht weiterweiß. Meine Mutter nutzt es viel öfter – wenn sie an meine Lehrer schreiben muss, zum Beispiel.

Letizia, 14

Ein echtes Foto oder eine KI-Fantasie? Die Jugendlichen analysieren jedes Detail – und ...
Ein echtes Foto oder eine KI-Fantasie? Die Jugendlichen analysieren jedes Detail – und verschätzen sich mit ihrem Urteil ungefähr genau so oft wie Erwachsene.(Bild: Heinz Stephan Tesarek)

Dass IT, Künstliche Intelligenz und Kommunikation ein „zweischneidiges Schwert“ sind, gibt auch Wirtschaftsagentur-Chef Dominic Weiss zu – und auch, dass Erwachsene dabei oft alt aussehen: „Man ist jeder neuen Technologie immer hinten nach. Aber genau deshalb darf man den Kopf nicht in den Sand stecken.“

„KI-Gigafabrik“ böse und gut zugleich?
Wie zweischneidig das Thema ist, zeigt sich schon bei einem von Wiens wichtigsten IT-Plänen derzeit: Während die Kinder im Workshop mit drastischen Zahlen zum Energie- und Ressourcenverbrauch von KI konfrontiert werden, hofft die Stadt auf den Zuschlag zur Errichtung von einer von EU-weit höchstens fünf „KI-Gigafabriken“. Weiss steht dazu: Hier könne das noch am ehesten „sozial und ökologisch nachhaltig“ umgesetzt werden, denn auch bei KI stehe in Wien „der Mensch im Mittelpunkt“.

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