Mi, 17. Oktober 2018

Tiertransport-Unfall

04.07.2017 17:02

5000 Hühner legten Autobahn lahm

"Fang das Huhn", lautete Dienstagfrüh die Aufgabe für 120 Einsatzkräfte nach einem Tiertransporter-Unfall auf der A 1 bei St. Florian/Linz. Etwa 3000 Hühner rannten dort verstört herum, 2000 verendeten nach dem Unfall. Die Autobahn war in Fahrtrichtung Wien vier Stunden komplett gesperrt, der Stau 14 Kilometer lang.

Das war ein Gegackere und Geschrei, als Feuerwehrleute versuchten, die 3000 überlebenden Hennen einzufangen und sie möglichst artgerecht in Transportboxen zu verfrachten. "Es war wie in einem schlechten Film", sagt Einsatzleiter Martin Pree von der Feuerwehr St. Florian - siehe auch Interview unten.
Auf einer Länge von 160 Metern seien die Tiere kreuz und quer auf der Fahrbahn unterwegs gewesen. Es galt zu verhindern, dass sie auf die nicht gesperrte Gegenfahrbahn laufen und dort einen Unfall verursachen. "Wir haben die meisten Hendln händisch eingefangen, einen Teil aber auch wie Fischer mit Netzen erwischt", so Feuerwehrmann Alexander Winkler.



Eine mühsame Aufgabe, die Tiere versteckten sich teilweise auch unter im Stau stehenden Lkw. Winkler: "Wir haben einige unter den Fahrzeugachsen hervorgeholt." Etwa 2000 Hühner waren beim Unfall verendet.

Problem mit der Rettungsgasse
Die Autobahn war vier Stunden lang völlig gesperrt, der Stau etwa 14 Kilometer lang. Nur sukzessive konnten anschließend die Fahrstreifen freigegeben werden, es verging noch längere Zeit, bis sich der Stau aufgelöst hatte.
Ärger gab es auch, weil die Rettungsgasse wieder einmal nicht funktioniert hat.
Der Lenker (52) des Tiertransporters aus dem Bezirk Amstetten blieb unverletzt. Unfallursache: Sekundenschlaf.

"Das war keine schöne Arbeit"
Martin Pree von der Feuerwehr Sankt Florian leitete den Hilfseinsatz. Er und seine Kameraden mussten auch etliche verendete Tiere bergen.

Krone: Wie war der Einsatz nach dem Tiertransporterunfall?
Martin Pree: Er verlief einigermaßen turbulent - es war insgesamt ein Einsatz, wie man ihn nicht jeden Tag erlebt.

Krone: Der Lkw hatte etwa 7500 Hühner geladen.
Pree: Der Großteil der Transportboxen ist bei dem Unfall kaputtgegangen, sodass wir gut 3000 Hendln einsammeln mussten.

Krone: Verendete Hühner mussten aussortiert werden.
Pree: Das war natürlich keine schöne Arbeit und ist von uns auch unter der Kontrolle eines Amtstierarztes durchgeführt worden.

Krone: Bei der Anfahrt gab es Probleme, weil die Rettungsgasse verstopft war.
Pree: Das war extrem ärgerlich und hat uns ungefähr zehn bis 15 Minuten gekostet. Die letzten Meter bis zur Unfallstelle sind wir zu Fuß gegangen.

Krone: Sie waren nach dem Einsatz noch alle frühstücken.
Pree: Ja, aber wir waren uns auch einig, dass wir keine Chicken-Wings oder Hühnerkeulen essen.

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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