"Es war wie bei Hitchcock, richtig zum Fürchten", sagt Ilse Zeizinger. Die 75-jährige Linzerin wurde im Therapiepark des Kepler Klinikums von einer aggressiven Krähe verfolgt und attackiert. Nach mehreren derartigen Angriffen auf Passanten und Patienten musste der Spitalspark am Donnerstag behördlich gesperrt werden.
Ilse Zeizinger ist am Dienstag, kurz nach 20 Uhr, von Krähen im Krankenhauspark attackiert worden, als sie dort kurz ausspannen wollte. "Der Vogel hat zuerst nur aggressiv geschrien - als ich dann weggegangen bin, ist er mir aber bis über die Straße nachgeflogen und hat mich mehrmals angegriffen", erzählt die Pensionistin. Erst als sie sich mit einer Badetasche verzweifelt zur Wehr setzte, habe die Krähe von ihr abgelassen. "Ich bin froh, dass sie mich nicht verletzt hat, in den Park werde ich jetzt aber längere Zeit nicht mehr gehen."
Hinterrücks attackiert
Patient Erwin Demmelmayr konnte von seinem Balkon in der Schmerzstation mehrere Angriffe auf Parkbesucher beobachten. "Die Krähen haben die Leute immer vor allem dann attackiert, sobald sie ihnen den Rücken zugedreht haben", sagt er. Mehrere Parkbesucher seien von den Tieren im Kopfbereich angegriffen worden. "Ich habe ältere Frauen gesehen, die sind daraufhin in Panik weggerannt", so Demmelmayr.
Klinikumsprecher Clemens Kukacka bestätigt die Angriffe: "Es gab mehrere Vorfälle, der Park musste auf Anraten der vogelkundlichen Station der Stadt Linz gesperrt werden."
Laut dem Ornithologen Michael Lederer versuchen die Krähen, ihre Brut zu schützen - siehe Interview. Der 50-Jährige rechnet damit, dass die Sperre in etwa drei Wochen wieder aufgehoben werden kann.
"Mit Schnabel und Krallen gegen den Kopf"
Ornithologe Michael Lederer (50) vom Botanischen Garten der Stadt Linz erklärt, warum Krähen derzeit besonders aggressiv sind.
Was macht die Krähenvögel gar so angriffslustig?
Sie wollen ihre Brut beschützen und auf diese Art ihr Revier verteidigen.
In welcher Form gehen Krähen auf Menschen los?
Sie fliegen von hinten auf die Köpfe der Leute zu und versuchen, diese mit den Krallen oder dem Schnabel zu erwischen.
Sind im Spitalspark Passanten verletzt worden?
Mir ist berichtet worden, dass sich angeblich zwei Opfer auch ärztlich behandeln haben lassen.
Wann ist mit einer Entspannung zu rechnen?
In etwa zwei bis drei Wochen sollte der Spuk vorbei sein.
Jürgen Pachner, Kronen Zeitung
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