Siemens-Skandal

20 Millionen Euro Schmiergeld gestohlen

Oberösterreich
17.11.2006 20:00
Top secret! Im brisanten Siemens-Bestechungs-Skandal verfolgten die Münchener Ermittler ihre heißeste Spur ins oberösterreichische Zell am Moos: Dort wurde am Mittwoch der 58-jährige Martin R. verhaftet, sein Haus durchsucht und Beweismaterial beschlagnahmt, das den Diebstahl von 20 Millionen Euro bestätigen soll!

Es gilt die Unschuldsvermutung. Bisher ahnen die Ermittler nur, dass seit den 90er-Jahren im weltweiten Elektro- und Elektronikmulti Siemens unglaubliche Unsummen abgezweigt wurden, um geheime Bankkonten für verbotene Schmiergelder aufzufüllen. Doch nicht jeder eingeweihte Mitarbeiter war verschwiegen und vertrauenswürdig: 12 Verdächtige wurden verhört, fünf verhaftet und drei sind geständig.

200 Polizisten waren am Mittwoch bei einer Razzia im Einsatz. Der größte Schlag gelang offenbar am Zeller- oder Irrsee im Bezirk Vöcklabruck, wo der frühere Siemens-Manager Martin R. seinen vierten Wohnsitz hat. Der deutsche Staatsbürger sollte ein illegales Gelddepot verwalten, dürfte die anvertrauten 20 Millionen Euro jedoch veruntreut haben. 

Die Welser Justiz leistete dem Münchener Staatsanwalt Amtshilfe, Linzer Polizisten unterstützten deutsche Kollegen bei der Verhaftung und Hausdurchsuchung, doch unsere Behörden wurden zum Stillschweigen verpflichtet. Offiziell nur so viel: R. wartet in der Welser U-Haft auf seine Auslieferung.

 

 

 

Foto: EPA

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