3 Männer im Visier

Neue Details rund um vermissten Salzburger (63)

Österreich
06.05.2017 11:20

Neue Details rund um das mysteriöse Verschwinden des Salzburgers Roland K. (63): Der Elektrohändler hatte den mordverdächtigen 23-Jährigen in einem Lokal kennengelernt. Dessen Anwalt ist von der Unschuld des Flachgauers überzeugt. Und es gibt noch zwei weitere Beschuldigte.

"Niemand weiß, ob Dr. Roland K. tot ist oder noch lebt. Keiner weiß, was ihm zugestoßen ist", sagt der Salzburger Rechtsanwalt Franz Essl. Der Verteidiger des Tatverdächtigen (23) glaubt fest an seinen Mandanten: "Er ist unschuldig." Die Mordvorwürfe gründen auf den Angaben eines weiteren Beschuldigten, eines 28-jährigen Gastwirts: Laut Essl soll dieser einmal gehört haben, wie der inhaftierte Flachgauer Mordpläne äußerte.

In der Causa gibt es aber auch Ermittlungen gegen einen dritten Mann aus Deutschland. Einiges sei mysteriös, so viel konnte Essl noch dazu sagen: Er müsse den umfangreichen Akt der Staatsanwaltschaft erst noch genau studieren.

K. seit Telefonat mit 23-Jährigem verschwunden
Rückblende auf den 19. Juli 2016: K. rief um 20.14 Uhr seinen Bekannten aus dem Flachgau an. Die beiden wollen einander treffen. Danach gibt es von K. kein Lebenszeichen mehr. Aus seiner Villa in Hellbrunn sind keine Wertsachen, sondern nur sein Schlüsselbund verschwunden.

Die Polizei bittet um Hinweise zu diesem Schlüsselbund. (Bild: LPD Salzburg)
Die Polizei bittet um Hinweise zu diesem Schlüsselbund.

Es gibt keine Kontobewegungen, keine Handygespräche, nichts. Die Durchsuchung der Villa und seines Hauses im burgenländischen Bezirk Oberwart ergibt nichts. Der Mann ist unauffindbar. Auch seine beiden Schwestern glauben mittlerweile an ein Gewaltverbrechen. Eine der beiden - sie lebt im Nonntal - führt seit Dezember als gerichtlich bestellte Abwesenheitskuratorin die Geschäfte des Vermissten.

Männer lernten einander in Gasthaus kennen
Ende April wurde der Bekannte des Mannes festgenommen. Die Polizei verdächtigt den 23-Jährigen des Mordes. Doch dieser bestreitet vehement, etwas damit zu tun zu haben. Die beiden haben einander in einem Gasthaus kennengelernt und öfter gemeinsam etwas unternommen. Es soll eine rein freundschaftliche Beziehung gewesen sein, heißt es.

Der 23-Jährige habe laut dessen Anwalt zudem überhaupt kein Motiv. Der Tod des Akademikers bringe ihm nichts, denn das Vermögen des alleinstehenden Mannes werde an seine Schwestern gehen, sobald er offiziell für tot erklärt wird.

Besitz von Oldtimern und noblen Anwesen
Der Akademiker hatte seit Jahren einen erfolgreichen Elektrohandel betrieben. So konnte er sich einige Oldtimer und auch die noblen Anwesen in Salzburg und im Bezirk Oberwart leisten. Das Haus im Burgenland hatte der Mann noch im vergangenen Jahr aufwändig renoviert. Ob der festgenommene Verdächtige auch einmal im Burgenland zu Gast war, ist noch unklar.

Die Villa des Opfers (Bild: Markus Tschepp)
Die Villa des Opfers

Manuela Kappes und Antonio Lovric, Kronen Zeitung

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