Speeddating in Turin

Zwei Minuten für die beste Innovation!

Italien als Hoffnungsmarkt für namhafte Autozulieferer aus Oberösterreich: Neun Top-Unternehmen aus unserem Bundesland präsentierten am Donnerstag in Turin ihre innovativsten und neuesten Entwicklungen, um mit Fiat Chrysler Automobiles (FCA) ins Geschäft zu kommen. Zeit spielte dabei eine entscheidende Rolle!

90 Sekunden, maximal aber nur zwei Minuten: So wenig Zeit hatten die Vertreter heimischer Top-Unternehmer in der Fiat-Chrysler-Automobile-Zentrale in Turin, um für ihre Produkte Werbung zu machen und ein Geschäft anzubahnen. Die Oberaigner Powertrain GmbH aus Nebelberg präsentierte etwa ein Planetengetriebe für Fahrzeuge, die über die Hinterachse angetrieben werden, die Vertreter der Vorchdorfer Miba wiesen auf ihr Hightech-Beschichtungsverfahren hin: "Speeddating" mit Vollgas  sozusagen...

"Man muss auf sich aufmerksam machen"
"Am allerwichtigsten ist, in ganz kurzer Zeit auf sich aufmerksam zu machen", sagt Wolfgang Komatz vom Automobil-Cluster, der diese Innovationsmesse im Herzen des italienischen Autobauers organisiert hat. Präsentiert wurde das Know-how aus OÖ den wichtigsten Vertretern der FCA: etwa der Einkaufschefin oder dem Entwicklungschef. Und das Potenzial für die Betriebe ist riesig: Mit rund 4,5 Millionen produzierten Fahrzeugen pro Jahr ist FCA (dazu gehören etwa Fiat, Alfa Romeo, Chrysler, Abarth, Jeep und Maserati) weltweit unter den Top 10. Und wirtschaftlich geht es derzeit steil nach oben. "Wir müssen groß denken und die richtigen Leute zusammenbringen", sagt LH-Vize und Wirtschaftsreferent Michael Strugl im Interview mit der "OÖ-Krone" (siehe weiter unten).

"Es ist kein Fehler, sich breit aufzustellen"

"Krone":Ihr Resümee nach dem Besuch bei Fiat in Turin?
Michael Strugl: Die FCA-Gruppe ist unter den Top 10 am Weltmarkt, es gibt ein riesiges Volumen. Dadurch ergibt sich automatisch eine entsprechende Chance für die heimischen Zulieferer.

"Krone":Sie verfolgen mit den Besuchen bei Top-Firmen im Ausland eine Strategie.
Strugl: Wir wollen unsere Zulieferer in globale Wertschöpfungsketten integrieren. Das ist unser Ansatz.

"Krone":Bisher sind die Autozulieferer vor allem in Deutschland höchst aktiv.
Strugl: Das um Italien zu ergänzen, liegt auf der Hand. Das Geschäft in Italien ist eine gute Verbreiterung, wenn es anderswo zu Problemen kommt. Es schadet auf keinen Fall, wenn wir breiter aufgestellt sind.

"Krone":Ist die Politik sozusagen Türöffner bei großen Unternehmen im Ausland?
Strugl: Bei manchen Firmen ist das der Fall. Es ist schon eine gewisse Aufwertung, wenn die Verantwortlichen sehen, dass ein Regierungsvertreter dabei ist.

Robert Loy, Kronen Zeitung

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