09.11.2006 13:05 |

Stephanie-Peiniger

Flucht des Vergewaltigers auf Dach unblutig beendet

Die spektakuläre Flucht des geständigen Entführers der 13-jährigen Stephanie auf das Dach des Gefängnisses im ostdeutschen Dresden ist zu Ende. Der 36-jährige Angeklagte gab in der Nacht auf Donnerstag nach rund 20 Stunden auf und ließ sich vom rund 13 Meter hohen Dach der Haftanstalt herunterholen. "Unsere Taktik, auf Zeit zu setzen, hat funktioniert", sagte Polizeisprecher Thomas Herbst.

Zur Aufgabe letztlich beigetragen habe vermutlich auch der am frühen Morgen einsetzende starke Regen und das Verhandlungsgeschick der Beamten. Zu möglichen Forderungen des Angeklagten wollte der Sprecher keine Stellung nehmen. Er sagte lediglich: "Es gab keine Bedingungen, die von uns erfüllt wurden."

Der Angeklagte wurde dem Sprecher zufolge nach der Aktion in den Zellentrakt gebracht. Er wurde für verhandlungsunfähig erklärt, daher wird der Prozess erst am 21. November fortgesetzt.

Fehler bei Bewachung
Der geständige Vergewaltiger war Mittwoch früh gegen 07.30 Uhr bei einem Hofgang auf ein Dach im Innenhof des Dresdner Gefängnisses entkommen. Beamte hatten mehrfach mit dem vorbestraften Mann verhandelt und waren zuletzt auch auf das Dach geklettert. Sachsens Justizminister Geert Mackenroth räumte Fehler bei der Bewachung des Häftlings ein.

Mario M. muss sich seit Montag wegen Vergewaltigung, Geiselnahme, Kinderpornografie und anderer Straftaten vor dem Dresdner Landgericht verantworten. Er hatte zu Verhandlungsbeginn gestanden, Stephanie Anfang des Jahres entführt und wochenlang sexuell misshandelt zu haben.