07.11.2006 07:18 |

Polit-Comeback

Ortega triumphiert bei Präsidentenwahl

Der frühere nicaraguanische Revolutionsführer Daniel Ortega will "mit Geduld und Weisheit" warten, bis die Wahlbehörden seinen Sieg bei den Präsidentenwahlen vom Sonntag abschließend bestätigen. Dies geht aus einer Erklärung hervor, die Rosario Murillo, Ortegas Frau und Wahlkampfstrategin, in Managua verbreitete. Ortega, Chef der Sandinistischen Befreiungsfront (FSLN), traf sich am Abend mit dem früheren US-Präsidenten Jimmy Carter in einem Hotel im Zentrum von Managua. In der Nähe kamen Tausende seiner Anhänger zusammen, um mit ihrem Idol den Triumph zu bejubeln.

Unterdessen erkannten die beiden letztplatzierten Präsidentschaftskandidaten, Edmundo Jarquín, von den Reform- Sendinisten (MRS) und Edén Pastora, der legendäre "Comandante Cero", den Sieg Ortegas an. "Es hat der gewonnen, den das Volk wollte", sagte Pastora, der es selbst mit seiner kleinen religiös ausgerichteten Partei nur auf 0,27 Prozent der Stimmen gebracht hat. Pastoras Contra-Rebellen hatten von Costa Rica aus die linken Sandinisten in Nicaragua bekämpft.

Der Sieg Ortegas hatte im Laufe des Montags immer klarer abgezeichnet. Nach Auszählung von 40,1 Prozent der Stimmen lag Ortega mit 40,43 Prozent klar vor seinem konservativen Rivalen Eduardo Montealegre, der auf 32,72 Prozent kam. Danach folgte der frühere Vizepräsident von der Liberalen Verfassungspartei (PLC), José Rizo (20,3 Prozent). Montealegre erklärte, es müsse abgewartet werden, bis die letzten Stimmen ausgezählt seien.

Wahlen den Gesetzen entsprechend verlaufen
Die Beobachter der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) erklärten, dass die Wahlen am Sonntag den Gesetzen entsprechend verlaufen seien. Auch die Beobachter der Europäischen Union sagten am Montagabend, es habe zwar vereinzelt technische Probleme gegeben. Ein Wahlbetrug aber liege nicht vor. Montealegre und auch Vertreter der anderen unterlegenen Parteien hatten sich zuvor über Unregelmäßigkeiten beklagt.

16.000 Wahlbeobachter
Mehr als 1000 internationale Experten und Politiker, unter anderem der frühere US-Präsident Jimmy Carter, waren nach Nicaragua gekommen, um die Wahlen zu beobachten. Die Nicaraguaner selbst hatten 16.000 Wahlbeobachter im Einsatz. Außerdem hatte die Armee 33.000 Soldaten bereitgestellt, um die Sicherheit am Wahltag zu garantieren.