Lesefaul
Lesefaule Spanier sollen “per Gesetz” mehr lesen
Am Freitag hat die sozialistische Regierung eine Gesetzesvorlage für das so genannte "Buchgesetz" auf den Weg gebracht, nach dem nicht nur das "Lesen" im Schulunterricht an Bedeutung gewinnen, sondern auch Buchpreise stabilisiert und reduziert werden sollen.
Einer der wichtigsten Punkte des "Buchgesetzes" wird neben verstärkten Werbekampagnen, die zum Lesen auffordern, die finanzielle Unterstützung der öffentlichen Bibliotheken sein. Sie sollen zum "bevorzugten Leseort" der Spanier gemacht werden, so Kulturministerin Calvo.
Bibliotheken in der U-Bahn
Zur Förderung des Lesens werden zukünftig vom spanischen Kulturministerium auch mehr Lokalprojekte wie die Madrider U-Bahn-Bibliotheken unterstützt. Nach dem Motto: Wenn der Leser nicht zur Bibliothek kommt, muss die Bibliothek halt zum Leser kommen, richtete die Madrider Stadtverwaltung in acht U-Bahn-Stationen so genannte BiblioMetro-Filialen ein.
Immerhin fahren täglich rund zweieinhalb Millionen potenzielle Leser in der Madrider U-Bahn. Doch die Leute rennen am Bibliotheksstand vorbei, "als wären sie auf der Flucht", sagt die Metro-Bibliothekarin Cristina.
Schwere Kost für unterwegs
Ein weiteres Problem: Der Bibliotheksbestand führt fast nur Klassiker der Weltliteratur - und Thomas Mann, Franz Kafka, Victor Hugo, Homer und Tolstoi sind keine leichte Metro-Lektüre. So verleihen die acht BiblioMetros täglich auch nur an die 40 Bücher.
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