Mega-Blackout

Waren Windräder schuld am Stromausfall?

Ausland
06.11.2006 18:34
Nach dem großen Stromausfall vom Wochenende stehen die Energiekonzerne in der Kritik. Politiker forderten verstärkte Investitionen in die Stromnetze und eine europäische Aufsichtsbehörde. Die Ursachen für den Ausfall im E.ON-Netz, durch den am Samstagabend in Millionen Haushalten in Westeuropa die Lichter ausgingen, waren am Montag weiter unklar.
Konzerne und Experten wiesen den Vorwurf zurück, das Stromnetz sei marode. Windenergiebetreiber dementierten die Vermutung, dass ein Überangebot von Strom aus Windrädern die Netze überlastet haben könnte.


E.ON hatte schon am Sonntag auf die Abschaltung einer Hochspannungsleitung im Emsland für die Durchfahrt des Kreuzfahrtschiffes "Norwegian Pearl" als eine der möglichen Ursachen hingewiesen. Zugleich hatte es aber auch geheißen, es könne nicht der einzige Grund gewesen sein. Die Stromausfälle hätten auch gezeigt, dass die Versorger in der Lage seien, ein Problem in kürzester Zeit zu beheben.


"Netze sind nicht marode"
E.ON wies Kritik an dem Zustand seines Netzes zurück. "Die Netze sind in einem guten Zustand, die Netze werden ständig gewartet, wir investieren in diese Netze", sagte E.ON-Energie-Vorstandsmitglied Klaus-Dieter Maubach im ZDF-"Morgenmagazin". Grundsätzlich könne man von einer "sehr guten Versorgungszuverlässigkeit" sprechen.


Ein Experte unterstützte die Einschätzung. "Unsere Netze sind in keiner Weise marode. Die sind in einem absolut tadellosen Zustand", sagte der Oberingenieur am Aachener TH-Institut für elektrische Anlagen und Energiewirtschaft, Christoph Maurer. So gebe es bei der Einspeisung von Windenergie unvorhersehbare, schnell wechselnde Lastflüsse. "Sie sind nicht exakt prognostizierbar, schwanken relativ stark und es gibt eine wahnsinnig hohe Konzentration von Einspeisung in einem räumlich engen beschränkten Gebiet."


Windenergiebetreiber entrüstet
Die Windenergiebetreiber wiesen eine Mitschuld an der Panne ausdrücklich zurück. "Diese Anschuldigen sind nicht nachvollziehbar", sagte der Präsident des Bundesverbandes WindEnergie, Peter Ahmels. "Weder hatten wir Starkwind, noch eine starke Stromnachfrage wie an Werktagen." Die von den Windkraftanlagen zur fraglichen Zeit gelieferte Strommenge habe geringfügig unter der Prognose gelegen.


Der Aachener Experte Maurer geht davon aus, dass die Klärung der Ursachen für den Stromausfall noch einige Zeit in Anspruch nehmen werde.
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