01.04.2017 14:02 |

Hofübergabe in OÖ

Stelzer mit 99,9 Prozent neuer VP-Landesparteichef

In Linz hat am Samstagvormittag der erste Teil der Hofübergabe von Josef Pühringer an Thomas Stelzer begonnen: Er wurde mit 99,9 Prozent der abgegebenen Stimmen zum neuen Obmann der ÖVP-OÖ gewählt. Pühringer selbst wurde nach 22 Jahren an der Spitze zum Ehrenobmann gekürt. Als Landeshauptmann wird Stelzer erst am Donnerstag angelobt. An Pathos mangelte es nicht: Landesgeschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer bedankte sich bei den Gästen, "dass wir gemeinsam Geschichte schreiben". Pühringer appellierte in seiner Rede an die Bundespartei, nicht zu versuchen, "die besseren Blauen zu sein".

"Wir werden nicht erfolgreich sein, wenn wir nicht die bestmöglichen Schwarzen sind. Volkspartei heißt nicht Allerweltspartei, sie braucht ein klares Profil als starke Kraft der Mitte", mahnte Pühringer. "Wie müssen dafür sorgen, dass die Bundespartei in ein Aufbruchsklima kommt", es gehe den Schwarzen in den Ländern nur gut, wenn es auch der Bundespartei gut gehe, so der scheidende Landeshauptmann weiter.

Stelzer: "Eine neue große Partei rückt der ÖVP näher"
Stelzer erklärte in seiner Rede das von ihm für die Partei gesteckte Ziel für Oberösterreich: "Wir sind die Nummer eins und wir wollen eine noch viel stärkere Kraft werden, denn wir haben die besseren Antworten." Wenngleich Pühringers Nachfolger gestehen musste: "Es gibt eine neue große Partei, die der ÖVP viel näher gerückt ist." Damit spielte Stelzer auf die FPÖ und deren Wahlerfolg bei der letzten Landtagswahl im Jahr 2015 an.

Wohlfühlmusik stimmte die rund 1000 Delegierten ein, die den bisherigen und den künftigen Parteichef mit Standing Ovations begrüßten. "Bereit für die neue Zeit", so der Slogan, mit dem man "ein neues Kapitel in der Geschichte der oberösterreichischen Volkspartei" aufschlagen wolle, wie es im Einführungsvideo hieß. Hattmannsdorfer sprach von einer "Bilderbuchübergabe". Josef Pühringer stand 22 Jahre an der Spitze der ÖVP-OÖ und hat Stelzer sukzessive aufgebaut.

Zahl der Vize-Landeshauptmänner sinkt von sechs auf fünf
Neben der Wahl Stelzers standen auch die seiner Vizes an, deren Zahl von sechs auf fünf sinkt: In den Kreis der Vizes zieht neu die designierte Landesrätin Christine Haberlander - statt der Nationalratsabgeordneten Claudia Durchschlag - ein, die übrigen bleiben wie gehabt Agrarlandesrat Max Hiegelsberger, Wirtschaftsbund-Landesobfrau Doris Hummer, Klubobfrau Helena Kirchmayr und ÖAAB-Bundeschef August Wöginger. Alle erhielten zwischen 98,6 und 99,9 Prozent. Die bisherige Sonderposition des "Ersten Stellvertreters", die Stelzer bisher innehatte, wird ersatzlos gestrichen.

Mitterlehner für "Ende des Neuwahl-Geredes"
Der ebenfalls in Linz anwesende Bundesparteiobmann und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner erteilte Rufen nach einer vorzeitigen Neuwahl einmal mehr eine Absage: "Der Bürger erwartet sich in Zeiten wie diesen Problemlösung, keine Streiterei, keine Auseinandersetzung." Daher will er endlich ein "Ende des Neuwahl-Geredes".

Die niederländische Wahl habe gezeigt, dass Populisten zwar manchmal Themen besetzen könnten, aber dann doch der gewinne, der mehr Lösungen und Rechtsstaatlichkeit verspreche, so Mitterlehner. Pühringer streute er Rosen. Dieser sei kompetent und fleißig - "es gibt keinen Fleißigeren als den Josef Pühringer", das wisse jeder, der seinen Terminplan kennt. "Es zeichnet einen Politiker aus, dass er nicht das Populäre, sondern das Richtige tut", so Mitterlehner, aber Pühringer habe es auch geschafft, das Richtige populär zu machen.

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