25.03.2017 17:41 |

Kampfpause im Irak

130 tote Zivilisten: Offensive auf Mossul gestoppt

Bei Luftangriffen auf den Westen der irakischen Stadt Mossul sind in den vergangenen Tagen laut Behördenvertretern Dutzende Zivilisten getötet worden. Die Toten lägen unter Trümmern begraben, sagte der Vorsitzende des Provinzrates von Ninive, Bashkar al-Kiki, am Samstag. Der Gouverneur der Provinz, Nawfal Hammadi, sprach von mehr als 130 Toten. Wegen der vielen Opfer wurde die Offensive auf die Stadt gestoppt. "Derzeit finden keine Kampfeinsätze statt", sagte ein Sprecher der Polizeikräfte am Samstag.

Mossul ist von irakischen Regierungstruppen und unterstützenden Kampfeinheiten umzingelt. Die von den USA angeführte Koalition will die IS-Dschihadistenmiliz aus der Großstadt verdrängen, die dort seit 2014 ihre Hochburg hat.

In der heftig umkämpften Metropole sitzen nach Angaben der UNO noch rund 400.000 Zivilisten fest. Aus Angst vor Heckenschützen würden viele Menschen nicht flüchten, hieß es. Regierungstruppen haben mit Unterstützung von US-Luftangriffen bereits den Osten der Stadt und über die Hälfte des Westens unter Kontrolle gebracht.

Der Vormarsch der Regierungstruppen steckt allerdings in den engen Straßen der Altstadt fest. "Es ist an der Zeit, neue Offensivpläne und Taktiken zu erwägen", sagte der Sprecher der Sicherheitskräfte vor Ort. Es müsse sichergestellt werden, dass die Vertreibung des IS nicht zu unerwünscht hohen Opferzahlen unter der Bevölkerung führe. Nötig seien "chirurgisch präzise" Operationen gegen die IS-Kämpfer.

Am Freitag hatte US-Brigadegeneral John Richardson der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, überlegt werde unter anderem, die Altstadt vom Rest der Stadt zu isolieren. Die UN-Koordinatorin für humanitäre Hilfe im Irak, Lise Grande, erklärte, die UN seien wegen der zivilen Verluste sehr besorgt.

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