Fr, 22. Juni 2018

Als 1. Land der Welt

16.03.2017 11:23

Neuseeland macht Fluss zur juristischen Person

Neuseeland hat als erstes Land der Welt einen Fluss zu einer Person gemacht - wenn auch nur zu einer juristischen. Der Whanganui River, mit 290 Kilometern der drittlängste Fluss des Pazifikstaates, bekommt mit der Verabschiedung eines entsprechenden Gesetzes zusätzlichen Schutz. Das Parlament in Wellington kam damit am Donnerstag Forderungen nach, die von den Maori, den Ureinwohnern des Landes, schon seit mehr als einem Jahrhundert erhoben wurden.

"Manche Leute werden das einigermaßen seltsam finden", sagte der für die Verhandlungen mit den Maori zuständige Minister Christopher Finlayson. "Aber das ist auch nicht anders als bei einer Familienstiftung oder einer Firma."

Zur Wahrung der Rechte des Flusses werden nun zwei Treuhänder eingesetzt: ein Vertreter der Maori und einer der neuseeländischen Regierung. Mit der neuen Regelung kann der Fluss nun etwa bei Gerichtsverfahren eigenständig vertreten werden.

"Ich bin der Fluss, und der Fluss ist ich"
Der Whanganui River - in der Sprache der Maori: Te Awa Tupua - fließt auf der Nordinsel des Pazifikstaates. Die ersten Forderungen, den Fluss juristisch als Lebewesen anzuerkennen, gab es von den Maori bereits in den 1970er-Jahren. Für die Ureinwohner ist der besondere Umgang mit einem Fluss nichts Außergewöhnliches. Ein Maori-Sprichwort lautet: "Ich bin der Fluss, und der Fluss ist ich."

Im Unterschied zu natürlichen Personen sind juristische Personen keine Menschen, sondern rechtliche Gebilde. Sie können aber ebenfalls Träger von Rechten und Pflichten sein - also auch Verträge abschließen.

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