Unfall mit 80 Toten

Spaniens Justiz will Ex-Eisenbahnchef anklagen

Ausland
13.03.2017 19:26
Porträt von krone.at
Von krone.at

Mehr als dreieinhalb Jahre nach dem verheerenden Zugunglück mit 80 Toten im Nordwesten Spaniens will die Justiz des Landes auch den ehemaligen Sicherheitschef zur Verantwortung ziehen. Der Mann, der als Direktor der Eisenbahn-Infrastrukturgesellschaft ADIF tätig war, müsse in der kommenden Woche vor Gericht aussagen, berichteten spanische Medien am Montag unter Berufung auf die Justiz.

Ihm wird laut der Zeitung "El Pais" Totschlag in 80 Fällen und Körperverletzung wegen grober Fahrlässigkeit vorgeworfen. Der Beschuldigte habe um die Gefährlichkeit der Kurve gewusst, in der sich das Unglück ereignete, aber nichts getan, um die Gefahr abzuwenden, hieß es. Bisher war als einziger Beschuldigter der Lokführer angeklagt, als einzige Ursache des Unglücks wurde überhöhte Geschwindigkeit angegeben.

Der Zug war am 24. Juli 2013 in Angrois wenige Kilometer vor Santiago de Compostela in Galicien mit 192 Kilometern pro Stunde in eine Kurve gerast, in der nur Tempo 80 zugelassen war. Der Zug entgleiste. 80 Menschen starben, fast 150 wurden verletzt.

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