Wie kann man eine faszinierende Gebirgslandschaft schützen und dennoch vielen Interessierten tolle Einblicke gewähren? Vor dieser Herausforderung steht seit Jahren das Team des Naturparks Karwendel. Die Bilanz für 2016 liegt nun vor und zeigt: Unzählige Ideen und Projekte machen den Naturpark "lebendig".
"Es gibt weiterhin viel Bewährtes, aber auch zahlreiche Neuigkeiten", berichten Naturpark-Geschäftsführer Hermann Sonntag und Obmann Josef Hausberger. Großes Augenmerk galt wieder einmal dem Naturschutz: Viele "tote" Bäume darunter 300 allein im Forstrevier Hinterriß wurden exakt vermessen und mit GPS erfasst. Sie sollen als "Biotopbäume" langfristig zum Lebensraum für viele Tierarten (z.B. Schwarzspecht) werden.
Museum zum Thema Holz
Um Bäume geht’s auch beim Interregprojekt "Wege des Holzes": In Scharnitz wird eine ehemalige Holzerhütte (Unterkunft) als Museum ausgebaut. Dabei geht es um die einst mühsame Arbeit im Wald, um die Holztrift oder um die heutige Bedeutung (Schutzwald-Erhaltung). 1,7 Millionen Euro (davon 75% EU-Förderung) stehen bis 2019 zur Verfügung. Partner ist grenzüberschreitend das Markus Wasmeier Freilichtmuseum am Schliersee. Eine weitere Ausstellung ist bereits erfolgreich die Schau "Naturraum Karwendel" auf der Umbrüggler Alm bei Innsbruck. Sie wird heuer erweitert.
Tausende bei Exkursionen und "Erlebnisunterricht"
Der Blick zurück: Das Angebot an Exkursionen wurde enorm ausgebaut. Es reicht von der Rangertour am Achensee bis zur Karwendelschlucht-Runde, die in Kooperation mit den regionalen Tourismusverbänden angeboten wurden. 1497 Teilnehmer waren bei 168 Exkursionen dabei. Um den Nachwuchs ist man im Naturpark besonders bemüht: Nach Vomp erhielt die VS Pertisau als zweite Schule das Prädikat "Naturparkschule". Weitere drei Schulen bewerben sich derzeit für das Prädikat. Mit 143 Veranstaltungen - von der Schulstunde bis zu mehrtägigen Erlebnisprogrammen - und 2618 betreuten Kindern wurden so viele Aktionen wie noch nie zuvor umgesetzt.
Fleißige Helfer in Aktion
Gefragt sind im Naturpark fleißige Hände: Das Team Karwendel kann auf 14 Aktionen mit 200 Freiwilligen zurück blicken etwa Biotoperhaltung am Issanger oder Pflege einiger Karwendel-Almen.
Andreas Moser, Kronen Zeitung
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