Aufbruchsstimmung

Linz gar nicht bieder

Oberösterreich
21.10.2006 18:24
Die Spuren des großen Brandes waren beseitigt, Napoleons Soldaten weg und Linz am Weg von der Provinz zur Metropole! Keine Frage - im Biedermeier (1815 bis 1848) war die heutige Stahlstadt gar nicht bieder, wie die bis 29. Oktober laufende Ausstellung des italienischen Malers Monsorno im Nordico zeigt. So war Linz nicht nur Oberösterreichs Hauptstadt, sondern bis 1850 auch jene von Salzburg. Dabei zählte man 1823 nur knapp 18.700 Bewohner, im Markt Urfahr waren es zur Jahrhundertwende 3000.

Die Stadt war bei vielen Reisenden ob ihrer Gastfreundlichkeit beliebt - zudem lobten sie „die schönen Linzerinnen“. Doch das war nicht alles: Urfahr erhielt 1817 die Abhaltung von zwei Jahrmärkten verbrieft. 1825 wurde mit dem Bau der ersten öffentlichen Eisenbahn Europas - der Pferdeeisenbahn - von Budweis nach Linz begonnen, die 1832 fertig und vier Jahre später bis Gmunden verlängert wurde. Ab 1831 wurde die Stadt mit 32 Türmen zur Festung ausgebaut, und 1840 gründete Ignaz Mayer die Linzer Werft.

Zudem wurde diskutiert, die umliegenden Orte Urfahr, St. Peter, Ebelsberg und Kleinmünchen einzugemeinden, was erst im 20. Jahrhundert erfolgte.

Monsorno-Ausstellung im Nordico Linz, Mo - Fr 9 bis 18, Sa, So 14 bis 17 Uhr

 

 

Alle Fotos: Horst Einöder

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