Sulzer-Uraufführung

Stepptanz auf einem Vulkan

Oberösterreich
20.10.2006 20:32
Im Rahmen der Salzburger Kulturtage gab die Junge Philharmonie Salzburg unter der Leitung von Elisabeth Fuchs ein Konzert im Großen Saal des Mozarteums. Im Zentrum stand die Uraufführung von Balduin Sulzers Posaunenkonzert „Nicht ohne meine Posaune“: Nicht ohne seine Posaune wird jedenfalls der erst 19-jährige Solist Hannes Hölzl die Welt erobern.

Der junge Mann verfügt über eine variantenreiche Klangmächtigkeit und die Gelenkigkeit eines Yogameisters. Die Begeisterung auslösende Tanzszene aus der Feder von „OÖ-Krone“-Kritiker Balduin Sulzer erfordert auch preisverdächtige Turniertänzer - und nicht nur Virtuosität auf der Posaune.

Es scheint wie ein Stepptanz auf dem Vulkan, in dem das Schlagwerk permanent nachlegt. In den Wechselschrittfolgen finden sich immer wieder neue Tanzkonstellationen: Eine durchgeknallte Klarinette fordert den Solisten durch laszive Exzentrik. Oder das sekundenumschlungene Oboenpaar nimmt ihn in die Mitte, um dem exzessiven Höllentanz in grenzenloser Lustbereitschaft zu frönen. Endpunkt ist eine ganz und gar nicht atemlose Posaunenkantilene, bei dem der Guiro dem Posaunentänzer noch ein wenig den Rücken kratzt.

Die Junge Philharmonie und Dirigentin Elisabeth Fuchs machten bei dieser Uraufführung im Großen Saal des Mozarteums ganze Arbeit  wie schon zu Konzertbeginn im Hochglanz-Zoo von Saint Saens Karneval der Tiere. Danach geriet Mendelssohns Schottische vor allem in den Unwettern und wurde noch von einer Dudelsackzugabe gefolgt.

Viel Jubel  für das Orchester und den Solisten!

 

 

Foto: Chris Koller

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