Coups in der Schweiz

Brutale Italo-Bankräuber sind Serientäter

Tirol
07.02.2017 09:08

Ein Banküberfall in Innsbruck führt zu europaweit gesuchten Straftätern: Jene beiden Italo-Ganoven (43 und 48 Jahre), die Mitte Jänner die Raika in der Höttinger Au überfielen und nur zwei Tage später in Frankreich gefasst wurden, sind keine Unbekannten! Das Duo soll für weitere Coups in der Schweiz verantwortlich sein. Ein Verdächtiger ist erst im Herbst aus der Haft entlassen worden.

Innsbruck, 11. Jänner, um 8.20 Uhr: Zwei vermummte Männer stürmen die Raika-Filiale in der Höttinger Au. Einem Angestellten wurde ein Faustschlag verpasst und eine Pistole unter die Nase gehalten. "Geld her!"- dem Duo gelang dann mit einem fünfstelligen Euro-Betrag die (kurze) Flucht. Denn nicht einmal 48 Stunden später klickten in Frankreich die Handschellen. Und rasch war klar, dass das Duo so einiges mehr auf dem Kerbholz hat! Zumindest zweimal sollen die Männer bereits im Dezember in der Schweiz zugeschlagen haben. Angelastet wird ihnen ein (versuchter) Überfall auf eine Bank und ein brutaler Coup in einer Tankstelle samt Geiselnahme!

Filmreifer Fahndungserfolg

Ausgerechnet der Banküberfall in Innsbruck führte die Ermittler letztlich zu den Verdächtigen. Am Montag erläuterten die Tiroler und italienische Polizei Details zum filmreifen Erfolg:

  • Einen Tag vor dem Coup bemerkte ein Cobra-Beamter in einem Lokal am Mitterweg zufällig zwei verdächtige Männer - wie sich herausstellte, handelte es sich um die Ganoven (einer davon ist ein Ex-Häftling).
  • Nach dem Raub passierten die mutmaßlichen Täter unerkannt Polizei-Kontrollen. Namen und Kennzeichen wurden aber notiert.
  • Der besagte Cobra-Beamte meldete seine Beobachtungen, die Videoüberwachung des Lokals zeigte tatsächlich das Fluchtauto.
  • Handynummern wurden sofort eruiert, Telefonpeilungen in die Wege geleitet.
  • Die Männer flüchteten über die Grenze Scharnitz-Mittenwald, über Deutschland weiter nach Frankreich. In Richtung Italien gerieten sie bei einer zufälligen Kontrolle in die Polizei-Fänge.
  • Das Duo wartet in der Justizanstalt Innsbruck auf den Prozess. Ob und wann die Männer an die Schweiz ausgeliefert werden, ist unklar.

Hubert Rauth, Kronen Zeitung

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