So, 23. September 2018

Erkältungsviren

20.01.2017 16:30

Küssen stärkt die Abwehrkräfte

Die wahrscheinlich schönste Art, um sich gegen lästige Erkältungsviren zu wappnen.

Küssen Sie Ihren Partner gerne? Dann nichts wie los. Diese Intimität wirkt wie eine "Schluckimpfung": Tausende Bakterien der Mundhöhle wechseln den Besitzer, stellen dadurch das Immunsystem vor eine neue Aufgabe und aktivieren es. Erreger können in Zukunft besser fern gehalten werden.

Noch wichtiger ist aber der Effekt für die Seele. Denn der Austausch von Zärtlichkeiten hebt die Stimmung und beflügelt dadurch die körpereigene Immunabwehr.

Auch Sex wirkt: Der Liebesakt reduziert Stress und stärkt den Organismus. Wer zweimal pro Woche "zur Sache kommt", steigert damit - einer Schweizer Studie zufolge - seine Abwehrkraft um etwa 30 Prozent. Der Spiegel der natürlichen Killerzellen ist unmittelbar nach einem Orgasmus um 150 Prozent erhöht.

Hingegen verändert emotionaler Stress durch Streit die Konzentration zahlreicher Hormone im Blut und schwächt den Körper - Krankheitserreger haben dann leichtes Spiel.

"Erwischt" man eine Verkühlung, verzichten viele tagelang auf "Lippenbekenntnisse", weil sie ihren Partner nicht anstecken möchten. Keine Frage, wenn die gerötete Nase extrem rinnt und starker Husten quält, werden ohnehin die wenigsten an Liebesbekundungen dieser Art denken. Aber bei leichtem Schnupfen - warum nicht knutschen und kuscheln?

Britische Wissenschafter haben zumindest nichts dagegen, aus gutem Grund: Beim Küssen werden zwar Erkältungsviren ausgetauscht, aber durch das Schlucken des Speichels geraten sie schnell in den Magen und werden dort unschädlich gemacht. In dieser kurzen Zeit können sie sich nicht an den Schleimhäuten der Atemwege festsetzen. Zudem lösen meist Rhinoviren Verkühlungen aus. Diese kleinen Erreger schmiegen sich nicht gerne an den Rachen, sondern bevorzugen die Nasenschleimhaut. Außerdem hätte für die Ansteckung bereits ein Nieser (Tröpfcheninfektion!) beim Abendessen ausgereicht, wenn man zusammenwohnt.

Von den Händen an die Nase und in die Augen - das sind die wahren Hauptwege, über welche uns die meisten Erkältungsviren angreifen. Häufiges Händewaschen ist daher wesentlich wichtiger als der Verzicht auf Zärtlichkeiten mit dem Liebsten.

Leidet Ihr Partner an Schnupfen und Co., sollten Sie ihm nicht nur wertvolle Tipps geben, sondern sich liebevoll um ihn kümmern, raten US-amerikanische Wissenschafter. Denn "Tender Loving Care" (engl.: liebevolle Fürsorge) gilt als sehr effektive Anti-Erkältungs-Therapie.

Besonders wirksam ist dieser Aspekt, wenn ein Patient von seinem Arzt einfühlsam betreut wird, haben die Forscher herausgefunden. Betroffene würden dann einen Tag weniger am Infekt leiden und er verliefe zudem weniger schwer. Der Grund dafür ist, dass man einem Anteil nehmenden Mediziner ausführlicher von seinen Symptomen und Sorgen berichtet - dadurch nimmt der emotionale Stress ab, das Immunsystem kann die Erreger besser bekämpfen.

Mag. Monika Kotasek-Rissel, Kronen Zeitung

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