Mo, 20. August 2018

800 Euro Geldstrafe

28.12.2016 16:15

Schaffner mit "Schlag in die Fresse" bedroht

142 Mal wurden Zugbegleiter der ÖBB heuer schon während der Arbeit beleidigt, angespuckt oder verprügelt. Einer, der im Oktober einen Schaffner wüst bedroht hatte, saß am Mittwoch am Innsbrucker Landesgericht auf der Anklagebank. Der Unterländer (23) wurde zu 800 Euro Geldstrafe verurteilt.

"Ich bin ein ziemlich aggressiver Mensch, aber ich habe mich gebessert und mache seit einiger Zeit eine Anti-Gewalt-Therapie", erklärte der Angeklagte.

"Er hat nie ein Ticket dabei"

Im Oktober soll der mehrfach vorbestrafte Unterländer einem Schaffner aber mit "einem Schlag in die Fresse" gedroht haben. Der Zugbegleiter hatte den 23-Jährigen und einen Freund nämlich beim Schwarzfahren erwischt. Nicht zum ersten Mal! "Er hat nie ein Ticket dabei. Aber in den zwei Minuten zwischen Pill und Schwaz habe ich keine Chance ihn immer zu kontrollieren", meinte der Kontrolleur.

Automat nimmt 100-Euro-Schein nicht

"Ich wollte mir ja eine Fahrkarte kaufen, aber ich hatte nur einen 100-Euro-Schein und die nimmt der Automat nicht", rechtfertigte sich der Schwarzfahrer, der zwar eingesteht, laut geworden zu sein, aber "bedroht habe ich ihn nicht - glaube ich zumindest."

Richter ließ Milde walten

Richter Hofer sah dies anders, ließ aber Milde walten. Er verhängte über den jungen Unterländer eine Geldstrafe in Höhe von 800 Euro, sah aber davon ab, insgesamt 16 Monate Haft aus früheren Verurteilungen zu widerrufen. "Langsam gehen mir die Argumente aus, warum Sie nicht in Haft müssen. Sie betteln ja regelrecht darum. Aber ich bin der Ansicht, dass ein Widerruf überzogen wäre", erklärte der Richter und riet dem Angeklagten beim Zugfahren künftig Kleingeld mitzunehmen. "Für 800 Euro hätten Sie etwa 500 Mal zwischen Pill und Schwaz pendeln können", meinte Hofer schmunzelnd.

Samuel Thurner
Samuel Thurner

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