Fr, 20. Juli 2018

¿Der Bettelstudent¿

10.10.2006 19:36

¿Ich zerstöre keine Operette!¿

In einem Interview vor einem Jahr bekannte Emmy Werner, das Einzige, was sie sich noch wünsche, sei, eine Operette zu inszenieren. Aus mehreren Angeboten wählte sie Linz aus, wo am Samstag ihre erste Operetteninszenierung - Karl Millöckers „Der Bettelstudent“ - als große Liebesgeschichte Premiere hat.

„Wenn ich Operette mache, dann bekenne ich mich dazu und zerstöre sie nicht!“, versichert die langjährige Wiener Volkstheater-Direktorin. Es ist die Musik ihrer Kindheit. Werners Mutter war Tänzerin in der Volksoper, und sie ist als Kind dort aus- und eingegangen. „Diese Erfahrung ist heute unbezahlbar“, merkt sie im „Krone“-Gespräch an.

„Der Bettelstudent“ ist für sie ein ganz wichtiges Stück über die Liebe, da sich trotz aller Täuschungen zwei riesige Liebesgeschichten entwickeln - und dies so wunderbar musikalisch. Werner will das Stück auf Glaubhaftigkeit abklopfen: „Wenn es halbwegs gelingt, dass es glaubhaft wird, ist es für mich heutiger als jede Modernisierung, und ich habe nicht die Absicht, das Publikum vor den Kopf zu stoßen“, verspricht die eingefleischte Wienerin den Linzer Operettenfreunden ein Produkt nach durchaus österreichischem Geschmack. Dabei arbeitet sie an der Körpersprache der Sänger, die ja ihr Ausdruckspotenzial im Rahmen einer festgefügten Musik aktivieren müssen, sie richtet die Dialoge neu ein und lässt in Couplet-Strophen zeitkritische Aktualität moderat anklingen.

Von Linz ist die Regisseurin jedenfalls hellauf begeistert, sie genießt die tolle Aufbruchstimmung, die in der Stadt herrscht. „Ich werde immer wieder kommen, wollte ja immer nur zu Hause bleiben. Aber die hier gemachte Erfahrung hat einen Bann in mir gebrochen!“

„Der Bettelstudent“: Musikalische Leitung Marc Reibel; Bühne Feuchter/Calame-Rosset; Kostüme Beatrice Radlinger; Premiere am 14.10.

 

 

Foto: Chris Koller

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