Fr, 16. November 2018

114 Suizidfälle 2015

07.11.2016 11:30

Wie helfen, wenn der Wille zum Leben schwindet?

Im Vorjahr nahmen sich in Tirol 114 Menschen das Leben. Zurück bleiben Angehörige und Freunde, die sich immer wieder die Frage stellen: hätte ich das verhindern können? Bei einer Tagung in Innsbruck klärten Experten über Anzeichen von Suizidgefahr und mögliche Hilfestellungen für Betroffene auf.

"Niemand ist vor Suizidgedanken gefeit." Diese Botschaft stellte Prof. Eberhard Deisenhammer, Leiter der Arbeitsgruppe Suizidforschung an der Medizin-Uni Innsbruck, seinen Ausführungen bei der vom Tiroler Bündnis gegen Depression organisierten Tagung voran. Er machte damit deutlich, dass es viele Wege zu jenem Punkt gibt, an dem ein Mensch keinen Ausweg mehr weiß. Bis es so weit kommt, gibt es viele Anzeichen. "Die Alarmsignale sind jedoch sehr unspezifisch. Oft sind die Betroffenen depressiv. Manchmal klagen sie über unklare körperliche Beschwerden, weil sie über ihre Psyche nicht reden können. Hier die Verbindung herzustellen, ist nicht einfach. Erhöhter Alkoholkonsum kann ebenso Warnsignal sein wie eine plötzliche Verklärung des Todes", zählt Deisenhammer Beispiele auf. Er weist darauf hin, dass viele gefährdete Personen offen über ihre Suizidgedanken sprechen: "An diesem Punkt kann man die Menschen noch gut erreichen. Dass sie darüber sprechen, ist ein Hilferuf. Darüber reden ist wichtig. Hier können Beratungsstellen zur Seite stehen."

Ruhe vor dem Sturm

Wenn ein Mensch aufhört zu reden, keine Verzweiflung mehr äußert, scheinbar ganz ruhig wird und sich völlig zurückzieht, bedeutet das Alarmstufe Rot. Deisenhammer und Prof. Christian Haring, Primar des Psychiatrischen Krankenhauses Hall, sind sich einig, dass im Akutfall die gut vernetzten Hilfseinrichtungen entscheidende Unterstützung bieten können. Haring betont auch, dass die Enttabuisierung des Themas wesentlich zur Senkung der Suizidrate beiträgt: "Die Zahl der Selbsttötungen hat sich in Österreich seit 1985 halbiert."

Hilfe annehmen!

Eine mögliche Anlaufstelle für Angehörige sind die Selbsthilfegruppen in ganz Tirol. Infos: www.hpe.at

Die Telefonseelsorge ist 24 Stunden erreichbar (Nummer: 142, ohne Vorwahl)

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