Gegen Selbstzensur
Mozart-Oper soll nun doch aufgeführt werden
Unterdessen nahm die Kritik an den Sicherheitsbehörden und Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) zu. Er hatte eine Absetzung des Stücks empfohlen, ohne eine konkrete Gefährdung zu nennen.
Die Deutsche Oper warf den Berliner Sicherheitsbehörden vor, angesichts der Gefährdungsanalyse die Intendantin Kirsten Harms "allein gelassen zu haben". Sie sei keine Expertin und könne daher auch nicht die wahre Bedrohung ermessen, sagte ein Opernsprecher.
Sorge um Reaktionen auf abgeschlagenen Kopf Mohammeds
Harms hatte die für November geplanten vier Aufführungen der Inszenierung des Regisseurs Hans Neuenfels abgesetzt, in der König Idomeneo neben Jesus, Buddha und Poseidon auch den abgeschlagenen Kopf des Propheten Mohammed präsentiert.
Flierl will zusammen mit Innensenator Körting und dem Ausländerbeauftragten Günter Piening so schnell wie möglich die Bedingungen für die Wiederaufnahme der Oper schaffen. An der Initiative sollen sich auch die Kirchen und die islamischen Verbände beteiligen. "Berlin will diese Inszenierung", sagte Flierl. Körting räumte ein, dass es keine konkreten Hinweise auf eine Gefährdung gegeben habe.
Merkel gegen Selbstzensur
Bundeskanzlerin Merkel bezeichnete am Mittwoch die Entscheidung von Harms als Fehler. "Ich glaube, dass Selbstzensur uns nicht weiter hilft gegenüber gewaltbereiten Menschen, die im Namen des Islamismus Gewalt üben wollen." Es habe keinen Sinn immer weiter zurückzuweichen.
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