Sa, 18. August 2018

Anleger enttäuscht

28.10.2016 13:46

Amazon: Hohe Investitionen fressen Gewinne auf

Amazon macht der Börse keine Geschenke im Weihnachtsgeschäft. Statt die Anleger mit steigenden Gewinnmargen zu umgarnen, pumpt der Internet-Handelsriese im laufenden Vierteljahr wieder massiv Geld in seine Investitionsoffensive. Seine Ergebnisprognose sorgte daher für eine kalte Dusche an der Wall Street. Aber der Konzern aus Seattle baut entschlossen am Fundament für langfristige Wachstumschancen.

"Die Investitionen werden üppig sein", sagte Finanzchef Brian Olsavsky. Sie würden in der zweiten Jahreshälfte deutlich angehoben. Ganz wichtig ist dem Management der Ausbau des konzerneigenen Vertriebsnetzes auf dem US-Heimatmarkt und im Ausland. In Vorbereitung des Feiertagsgeschäfts wurden allein im abgelaufenen Quartal 18 neue Warenlager eröffnet und fünf weitere in den ersten Oktoberwochen, wie Olsavsky erläuterte. Die Belegschaft wurde um 38 Prozent hochgefahren.

Fachleute gehen davon aus, dass sich die Anstrengungen in Zukunft auszahlen werden. Die Erweiterung der Infrastruktur dürfte später einmal positive Effekte haben, sagte Neil Saunders, der die Marktforschungsfirma Conlumino leitet. "Amazon spielt ein langes Spiel."

Höhere Investitionen in Film- und Serienproduktion
Seine Ausgaben für die Produktion von Filmen und TV-Shows will das Unternehmen im zweiten Halbjahr nahezu verdoppeln. Die Medieninhalte sind ein wichtiges Lockmittel, um Abo-Kunden zu gewinnen. Diese können sich mittels des sogenannten Prime-Angebots nicht nur Videos ansehen, sondern erhalten auch attraktivere Konditionen beim Online-Einkauf.

Für den Zeitraum Oktober bis Dezember stellte die Konzernführung einen Gewinn von 0 bis 1,25 Milliarden Dollar (bis zu 1,1 Milliarden Euro) in Aussicht. Selbst die Obergrenze liegt deutlich unter den Expertenschätzungen. In der abgelaufenen Dreimonatsperiode verdreifachte der Handelsgigant zwar sein Ergebnis auf 252 Millionen Dollar und schrieb damit das sechste Quartal hintereinander schwarze Zahlen, verfehlte aber die Markterwartungen. In Frankfurt sackte die Amazon-Aktie daraufhin am Freitag um 5,3 Prozent ab.

Amazon bezahlt Expansion oft mit hohen Verlusten
Früher hatte Amazon seine ambitionierten Expansionsziele häufig mit hohen Verlusten bezahlt. Doch mittlerweile verlangen Investoren mehr Kontinuität. "Manche dachten, die neue Ära höherer Margen würde sich dauerhaft fortsetzen, doch dieses Quartal dürften sie eines Besseren belehren", sagte Analyst Jan Dawson von der Marktforschungsfirma Jackdaw Research.

Gewinnbringer ist das Geschäft mit der Datenwolke (Cloud), das seinen Quartalsumsatz um 55 Prozent steigerte. Immer mehr Firmen nutzen solche Speicherdienste im Internet. Hier ist Amazon weltweit der führende Anbieter und konkurriert mit Microsoft, IBM und Google. Die Google-Mutter Alphabet gab am Donnerstag ebenfalls einen Umsatzanstieg in diesem Segment bekannt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.