Sa, 23. Juni 2018

Tätigkeitsbericht

23.09.2016 15:50

Großer Zulauf zu Kinder- und Jugendanwaltschaft

Die Tiroler Kinder- und Jugendanwaltschaft hat sich mittlerweile gut im Land etabliert - das bestätigt der am Freitag erschienene Tätigkeitsbericht 2014/15. Der Trend zu vermehrten Kontakten mit hilfesuchenden Kindern und Jugendlichen setzte sich fort: Während sich vor zwei Jahren noch 3902 an die Experten wandten, waren es im vergangenen Jahr schon 4236 - Tendenz weiterhin steigend.

"Dieser Anstieg ist unter anderem auch auf das kostenlose Angebot von zahlreichen Workshops an Kindergärten und Schulen zurückzuführen", verdeutlicht Kinder- und Jugendanwältin Elisabeth Harasser. Auch wenn die meisten Kontaktsuchenden zwischen 11 und 18 Jahren sind, suchen immer mehr jüngere Kinder um Hilfe bei den Experten an. "Ebenso ist auffällig, dass wir 2015 mehr Mädchen als Buben geholfen haben", sagt Harasser.

Gewalt in Erziehung und familiäre Konflikte als Dauerbrenner

Die Kontaktaufnahme erfolgt überwiegend telefonisch, aber auch Anfragen per E-Mail sind mittlerweile beliebt. Doch welche Angelegenheiten brennen den vielen Kindern und Jugendlichen auf der Seele? "Ihre Fragen und Anliegen zielen hauptsächlich auf folgende Themen ab: Gewalt in der Erziehung, familiäre Konflikte, Obsorge, Scheidung, Kontaktrecht und Verselbstständigung", bringt es die Anwältin auf den Punkt.

"Wir fordern einen Anspruch auf Unterstützung bis zum 21. Lebensjahr"

Problematisch wird es in den Augen von Harasser erst beim Übergang der Jugendlichen in die Volljährigkeit: "Wir sind immer wieder mit Fällen von 18-Jährigen befasst, die mit dem Erreichen der Volljährigkeit aus den Einrichtungen der stationären Kinder- und Jugendhilfe entlassen werden und von da an ein selbstständiges Leben führen sollen." Doch das sei für einige eine sehr schwere Aufgabe. "Man muss bedenken, dass diese Jugendlichen niemanden haben, der ihnen zur Seite stehen kann. Daher wäre ein rechtlich verbindlicher Anspruch auf weitere Unterstützung bis zum 21. Lebensjahr vorteilhaft", präzisiert die Anwältin.

Auch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge betreut

Auch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge werden von den Mitarbeitern besucht. "Viele von ihnen wollen arbeiten, dürfen aber nicht. Das muss geändert werden", erklärt Harasser.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.