Do, 16. August 2018

Es ist angerichtet!

13.08.2016 09:00

"Overcooked": Zu viele Köche verderben den Brei

"Schneid mir die Tomaten!", "Bring mir die Pfanne!", "Mach den Abwasch!", herrsche ich meine Frau in einem Ton an, für den ich mir sonst wohl nur ein müdes Lächeln oder doch direkt eine Watsche einfangen würde. Für "Overcooked", das neueste Game von Team 17 ("Worms"), braucht es jedoch die gewisse Portion Drill und Disziplin. Der Umgangston in der Küche ist schließlich rau.

Der ewig Schmachtende ist erwacht und droht mit seinem ungezügelten Appetit das gesamte Zwiebelkönigreich zu verspeisen. In "Overcooked" heißt es daher: Ran an die Töpfe! Bevor man sich als kochender Gamer jedoch der kulinarischen Apokalypse stellen kann, geht es in der Zeit zurück auf eine Lehrreise durch die Küchen des Landes, um Timing und Zusammenarbeit zu verbessern.

Die Aufgabenstellung fortan ist simpel: Alle Bestellungen müssen schnellstmöglich und somit zur Zufriedenheit der Gäste abgearbeitet werden. An sich ist das nicht schwer, mit lediglich zwei Knöpfchen wird die gesamte Küche geschmissen: Zutaten werden geholt, geschnitten und in Pfanne oder Topf verfrachtet, ehe sie - gemäß dem Rezept - auf dem Teller angerichtet und am Pass dem Service übergeben werden.

Klingt einfach, ist es aber nicht: Alleine bin ich der Herausforderung kaum gewachsen. Zwar stehen mir im Einzelspielermodus zwei Köche zur Auswahl, zwischen denen ich per Tastendruck wechseln kann, doch meine Multitasking-Fähigkeiten sind nun mal begrenzt. Bald steht der Herd im Flammen, weil ich das Fleisch zu lange in der Pfanne gelassen habe, das schmutzige Geschirr quillt über und die Gäste verlassen verärgert, aber mit hungrigem Magen das Lokal.

Es muss also Verstärkung her, in diesem Fall die Frau. Insgesamt können bis zu vier Spieler gemeinsam vor einem TV den Kochlöffel schwingen oder sich sogar zu zweit einen Controller teilen. Leichter wird es dadurch allerdings nicht, stellen wir beide schnell fest. Denn jetzt müssen wir uns absprechen, wer welche Aufgabe übernimmt. Und vor allem müssen wir aufpassen, dass wir uns nicht gegenseitig im Weg stehen.

Denn das Platzangebot in den Küchen variiert von Level zu Level und nicht immer kommt jeder an Zutaten, Abwasch oder Kochnische. Erschwerend hinzukommt, dass an den skurrilsten Ortschaften gekocht wird: Auf schwankenden Schiffdecks, auf rutschigen Eisschollen oder auch schon mal direkt im Erdbebengebiet. Die Folge: Ein Teil der Küche hebt sich und ist plötzlich nicht mehr erreichbar. Dann bleibt nur noch zu hoffen, dass das Essen nicht anbrennt…

Am Ende eines mit jedem Level vorgegebenen Zeitlimits entscheidet die Anzahl der korrekt herausgegangenen Bestellungen über Erfolg oder Niederlage. Je nach Talent gibt es als Belohnung mehr oder weniger Sterne, mit denen sich dann wiederum neue Level freischalten lassen. Ich brauche nach einer halben Stunde allerdings erst einmal eine Pause, denn das virtuelle Kochen bedeutet vor allem zwei Dinge: viel Spaß, aber auch reichlich Stress…

Fazit: "Overcooked" ist einfach zu lernen, aber nur schwer zu meistern. Es braucht schon ein gutes Timing und jede Menge Teamarbeit, um sich - am besten gemeinsam mit mehreren Mitspielern - den Herausforderungen der Küche erfolgreich zu stellen. Viel zu oft dominieren aber hektisches Durcheinander und Chaos das Geschehen, woraus der Download-Titel (rund 16 Euro) letztlich jedoch seinen großen Unterhaltungswert zieht.

Plattform: Xbox One (getestet), PS4, PC (via Steam)
Publisher: Team17
krone.at-Wertung: 7/10

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