Mi, 15. August 2018

21 Vorstrafen

20.07.2016 13:34

Haft für "Einbrecher-Opa"

Zehn Jahre nach seiner letzten Haftentlassung wollte es ein Serieneinbrecher aus dem Burgenland noch einmal wissen und versuchte, ein Haus in Slowenien zu plündern. "Doch vor Ort habe ich es mir anders überlegt", behauptete der 62-Jährige nun vor Gericht in Eisenstadt. Richter Wolfgang Rauter hatte seine Zweifel

Ein freundlicher älterer Herr mit modisch gepflegter Glatze und schicker Brille hatte da zum Erstaunen des Richters und der Gerichtskiebitze auf der Anklagebank Platz genommen - ohne Anwalt. "Sympathisch, ein echtes Original", meinen einige Beobachter schmunzelnd.

Und doch ist der 62-Jährige kein unbeschriebenes Blatt: 21 Vorstrafen und mehrere Jahre Haft hat er auf dem Kerbholz. 2001 kam er das letzte Mal aus dem Gefängnis, lernte eine Ungarin kennen und lieben - und bekam mit ihr zwei Kinder. Aber zehn Jahre später plagten den Mann Geldsorgen, und er beschloss, "einen Coup" zu machen, wie er schildert: "Doch als ich die Türe fast aufgebrochen hatte, dachte ich mir, was mache ich da für einen Blödsinn, und bin davongelaufen, Herr Rat." Doch Zeugen alarmierten die Polizei.

"Wir zwei sind zu alte Hasen, als dass ich Ihnen die Geschichte glaube", entgegnete Rauter. "So woa’s oba, Herr Doktor", erwiderte der Beschuldigte. Rauter: "Ich nehme an, Sie beantragen ein mildes Urteil oder Freispruch?" "An Freispruch net, Euer Ehren, aber bitte san ’S gnädig." Das - nicht rechtskräftige - Strafmaß: zehn Monate Haft.

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