Mi, 22. August 2018

Heimische Hoffnung

14.07.2016 16:19

Butter und die Liebe zum verträumten Electro-Pop

Markus Subramaniam und Tomá Ivanov kommen aus zwei konträren künstlerischen Welten, haben sich aber für das Electro-Pop-Projekt Butter zusammengeschlossen und versuchen, mit verträumt-melancholischen Songs für Emotionen zu sorgen. Wir haben uns mit dem Duo zusammengesetzt und einmal genauer über die ambitionierte Band gesprochen.

Verschiedene Welten von Kunst verschmelzen nur allzu oft miteinander. Dass Schauspieler und Musiker ihre Profession als voneinander getrennt betrachten, ist längst obsolet. Nicht nur berühmte Hollywood-Darsteller wie Kevin Costner, Jeff Bridges oder Juliette Lewis nehmen gerne mal Mikrofon oder Gitarre in die Hand, Bon Jovi, Mariah Carey oder David Bowie bewiesen des Öfteren, dass es auch vice versa funktionieren kann - mehr oder weniger. Mit Butter hat sich auch hierzulande ein Duo aus verschiedenen Welten zusammengetan, um seine Vision von musikalischer Freigeistigkeit mit einem möglichst großen Publikum zu teilen.

Von Frauen zu Butter
Markus Subramaniam kennt man vorwiegend als Theater- und Filmschauspieler ("Chucks"), den Oberösterreicher Tomá Ivanov als Vollblutmusiker mit einer besonderen Vorliebe für Jazz und Electronic-Sounds. Die Fusion dieser beiden Kreativköpfe nennt sich Butter und fußt auf gleich zwei kurios-humorigen Geschichten. Entstanden ist das Projekt durch eine Begebenheit auf einer Party, als sich die beiden offensichtlich in das gleiche Mädchen verschaut haben. "Es war einfach ein Fortgehabend, bei dem ich gewann", erinnert sich Ivanov im "Krone"-Gespräch schmunzelnd zurück, "aber es war kein Verknalltsein. Jedenfalls haben wir uns dadurch gefunden."

Über einen gemeinsamen Bekannten fand der versierte Ivanov schnell heraus, dass Subramaniam nicht nur gut singen, sondern auch Klavier und Posaune spielen könne. "Ich wusste anfangs noch nicht so genau, was ich mit ihm machen will, aber irgendwas in Richtung Zusammenarbeit habe ich schnell gerochen", erinnert sich Ivanov lachend zurück. Das Ergebnis ist verträumter Electro-Pop mit sanften Klassik-Anleihen, der sich wohl bewusst nicht genau zwischen Avantgarde-Kultur und Mainstream-Tauglichkeit entscheiden kann. Doch wie genau kam es zum ungewöhnlichen Bandnamen? Ivanov klärt auf: "Wir haben eine Zeit lang von in der Früh weg den ganzen Tag an unserem Material gearbeitet. Da Markus und ich Butter über alles lieben, lag der Name auf der Hand. Wir haben in dieser Zeit sicher zwei Packungen unpasteurisierte Bauernbutter verbraucht."

Musik als Medizin
Die Zusammenarbeit funktioniert gerade wegen der Gegensätzlichkeit ihrer beiden Hauptprotagonisten. Die Vorliebe für fette Sounds und Bässe sind der kleinste gemeinsame Nenner der beiden, Subramaniam gilt dabei als Architekt der verschiedenen Arrangements, Ivanov als der Gestalter. So entstanden die acht Songs für das Debütalbum "Eckstein", die sich irgendwo zwischen Tagträumerei, Melancholie und Verspieltheit verorten lassen. Dabei geht man textlich durchaus intellektuell ans Werk, zum Beispiel in "Der Kapitän". "Ich beschäftige mich stark mit Nondualismus, worum sich dieses Lied dreht", erklärt Subramaniam, "ich will bei meinen Texten die Welt nicht generell schlechter machen, als sie schon ist. Es ist einfach wichtig, nicht zu viel zu jammern, denn dem Hörer soll es nach Konsumation unserer Musik besser gehen - geistig und körperlich."

Der "Eckstein" selbst soll als Pfeiler für die Band-Protagonisten dienen, eine Art von Stabilität im wackeligen Konstrukt namens Leben darstellen. Dazu passt auch das Cover-Artwork, das einerseits die heimische Almenlandschaft, andererseits eine Meeresgischt bildlich in sich vereint. Die Ästhetik und positive Ausstrahlung war dem Duo dabei am Wichtigsten, einen tieferen Sinn gibt es hinter der Verknüpfung der beiden Gegensätze nicht. Aufgrund der unterschiedlichen Backgrounds könnte das Cover aber durchaus die Verschiedenartigkeit der beiden Musiker interpretieren. In näherer Zukunft liegt der Fokus der Künstler jedenfalls auf Butter - wenn auch nicht auf Biegen und Brechen. "Wir sind stark auf die Karriere fokussiert, können aber nichts vom Zaun brechen", erklärt Ivanov, "wir wollen wegen den Liveshows auch nicht zu den Veranstaltern laufen, das muss schon eine gewisse Eigendynamik kriegen." Bislang ist aber ohnehin alles in Butter…

Wer sich noch genauer mit der Band befassen möchte, ist auf www.buttermusik.at goldrichtig.

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