Zum Juchitzen

Hubert von Goisern verzückt mit “Derweil”

Musik
30.08.2006 14:33
Wohl kaum einer hätte Anfang der Neunziger gedacht, dass sich mit einer Quetschkommode, Jodlern und Mundart-Texten fernab des Volksmusik-Genres Geld machen lässt. Dann betrat Hubert von Goisern die Bühne und rockte innerhalb kürzester Zeit jede Almhütte in Grund und Boden. 1,5 Millionen verkaufte CDs und gut 1.000 Auftritte später liefert einer der wohl interessantesten Künstler Österreichs einen Rückblick auf sein bisheriges Schaffen.
kmm

"Best of"-Alben eignen sich meist hervorragend, um den Werdegang eines Musikers zu verfolgen. Oftmals muss man jedoch frustriert feststellen, dass sich viele Bands über die Jahre hinweg musikalisch nicht gerade zum Besten gewandelt haben.

Nicht so bei Hubert von Goisern. Auf dem insgesamt 34 Songs umfassenden Doppel-Album "Derweil" bietet der Weltmusiker mit österreichischen Wurzeln einen Rückblick auf die Jahre 1988 bis 2006 und zeigt dabei eindrucksvoll, wie wandlungsfähig und vielseitig er ist.

So finden sich neben den Alpen-Rock-Stücken wie "Solide Alm" oder dem Hütten-Kracher "Koa Hiatamadl" auch besinnliche und gefühlsbetonte Stücke wie "Heast as nit", "Weit, weit weg" oder "Schau, schau" auf dem Album. Reisen nach Afrika und Asien förderten schließlich meditative Songs wie das wunderschöne "Kham-Lu" oder die "Afrika Ouvertüre" zu Tage.

Doch damit ist der musikalischen Vielfalt des Musikers noch lange nicht genüge getan. Vom besagten Alpen-Rock über Jazz ("Fön), seine bluesige Interpretation von Janis Joplins "Mercedes Benz", dem karibisch-angehauchten "Da Dasige" oder dem vom Spiritual und Gospel geprägten "I bi an": Hubert von Goisern setzt sich keine Grenzen und das ist auch gut so. Zwar führt die Experimentierfreudigkeit nicht immer zum Erfolg, langweilig oder schlecht sind die Songs deswegen noch lange nicht. 

Fazit: "Derweil" ist ein kleines und sehr feines Stück österreichischer Musikgeschichte, wie es abwechslungsreicher und interessanter nicht sein könnte und mit dem Hubert von Goisern seinen Status als Ausnahme-Musiker beweist. Bleibt nur zu hoffen, dass auch in Zukunft noch viel von ihm zu hören sein wird.

10 von 10 Juchitzern

Sebastian Räuchle

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