Do, 15. November 2018

Personalrunde

16.06.2016 13:34

Wie Familienbetriebe punkten

Dank flacher Hierarchien und viel Interesse an Sicherheit sind Firmen in Familienhand gefragte Arbeitgeber

Kein Zweifel: Familienbetriebe sind das Rückgrat der Wirtschaft. 80% unserer Unternehmen sind in Familienbesitz, und sie beschäftigen mehr als 70% der Arbeitnehmer.
Womit sie beim Personal punkten und welche Aufstiegs-Chancen sie bieten, darüber diskutierten drei Firmenvertreter in der Mai- Personalrunde: Gottfried Kraft, Geschäftsleiter West bei Klipp Friseur, Franz Radatz vom gleichnamigen Fleischwaren-Produzenten und Josef Resch, Chef des Backwaren-Erzeugers Resch&Frisch.


"Gerade in bewegten Zeiten besteht seitens der Mitarbeiter ein hohes Bedürfnis an Sicherheit und Stabilität", nennt Kraft einen der Vorteile von Familienbetrieben. "Denn hier denken die Unternehmer oft langfristig und nicht von Quartal zu Quartal."
Unternehmen sind um Stabilität bemüht
Außerdem schaffen sie viele Stellen. "Wir sind über die Jahre auf 850 Mitarbeiter angewachsen", so Radatz.
"Bei uns kamen im Vorjahr 150 Jobs dazu. International haben wir schon 1500 Beschäftigte, davon rund tausend in Österreich", fügt Resch hinzu.
Alle drei Unternehmen setzen auf die Lehre.
Bei Resch&Frisch sind rund 50 junge Leute in Ausbildung und bei Radatz 60, jeweils in verschiedenen Berufsfeldern. "Wir würden alleine in diesem Jahr sogar gerne 40 bis 60 Friseur-Lehrlinge aufnehmen", sagt Klipp- Manager Kraft.
Firmen setzen jetzt verstärkt auf die Lehre
Die Experten sind sich einig, dass ein weiterer Vorteil von Familienunternehmen flache Hierarchien sind. Mitarbeiter stehen in engem Kontakt zum Chef, und es bieten sich Karrieremöglichkeiten.
Radatz: "Wir achten darauf, dass wir Führungspositionen intern besetzen. Im Handelsbereich kann man die Verantwortung für mehrere Filialen bekommen, und auch die Lebensmitteltechniker in der Produktion haben alle Aufstiegs-Chancen."
"Ich versuche ebenfalls, freie Führungspositionen wie Abteilungs- oder Divisionsleiter mit internen Kandidaten zu besetzen", sagt Resch. "Bei uns ist die Entwicklung vom Lehrling bis zur Salonleitung oder ins Regionalmanagement möglich", ergänzt Kraft.

Und wie viele Jobs bieten die Firmen voraussichtlich heuer an? Resch: "In diesem Jahr kommen wahrscheinlich 40 bis 50 neue Arbeitsplätze dazu."
Radatz wiederum sucht "laufend Verkaufsmitarbeiter".
Eine Initiative für Wiedereinsteigerinnen hat Klipp gestartet. Kraft: "Viele Frauen haben den Friseurberuf einmal gelernt und dann damit aufgehört, zum Beispiel weil sie Kinder bekommen haben. Genau dafür haben wir für Wiedereinsteigerinnen ein spezielles Seminarprogramm."

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