Mo, 21. Jänner 2019

Klatschseite pleite

13.06.2016 09:57

"Gawker" meldet nach Hogan-Klage Insolvenz an

"Gawker" ist pleite: Nach der Millionen-Klage durch den ehemaligen Wrestler Hulk Hogan hat die US-Klatschseite jetzt Insolvenz angemeldet. Wie aus in New York veröffentlichten Dokumenten hervorgeht, beantragte das Unternehmen Gläubigerschutz, um wieder auf die Füße zu kommen.

"Gawker" war im März von einem Gericht im US-Bundesstaat Florida dazu verurteilt worden, 140 Millionen Dollar (rund 125 Millionen Euro) an Hogan als Entschädigung für die Veröffentlichung eines heimlich gedrehten Sex-Videos zu zahlen. Das Video zeigt Hogan beim Sex mit der Frau eines Freundes.

Sex-Video millionenfach geklickt
"Gawker" hatte die Aufnahmen im Oktober 2012 veröffentlicht und ein halbes Jahr im Netz gelassen, obwohl Hogan mehrfach um ihre Entfernung bat. In der Zeit wurde das Video sieben Millionen Mal angeklickt. Die "Gawker"-Anwälte hatten sich in dem Prozess vergeblich auf das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung berufen.

Finanzielle Unterstützung von PayPal-Gründer Thiel
Hogan wurde bei seiner Klage gegen die Klatsch- und Tratschseite von dem aus Deutschland stammenden Investor Peter Thiel finanziell unterstützt, der in der US-Internetbranche zum Milliardär geworden ist. Der 48-Jährige sagte Ende Mai der Zeitung "New York Times", dass er rund zehn Millionen Dollar zu der Klage beigesteuert habe.

"Abschreckung"
Thiel sagte auch, dass er noch weitere "Opfer" von "Gawker" ausfindig machen und unterstützen wolle. Der Mitbegründer des Online-Bezahldienstes PayPal war vor Jahren von der Website als homosexuell geoutet worden.

Er bestritt jedoch, dass er sich rächen wolle. Es gehe ihm vielmehr um "Abschreckung". "Gawker" spiele eine Vorreiterrolle in einer Medienstrategie, Aufmerksamkeit durch das "Schikanieren" von Menschen erregen, und zwar auch in solchen Fällen, in denen es kein berechtigtes öffentliches Interesse an den Enthüllungen gebe, so Thiel.

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