So, 19. August 2018

Upgrade-Schmäh:

01.06.2016 11:36

Microsoft droht Mega-Klage wegen Windows 10

Microsoft macht sich mit seiner aggressiven Upgrade-Politik, bei der Nutzer von Windows 7 und 8 mit Benachrichtigungen zum Aktualisieren auf Windows 10 gedrängt werden, keine Freunde. Nach einem weltweiten Aufschrei, weil das Schließen des Upgrade-Dialogs als Zustimmung gewertet wurde, droht dem Unternehmen jetzt eine Klage riesigen Ausmaßes.

Konkret hat Microsoft es sich mit Tausenden Windows-Nutzern aus China verscherzt, berichtet das Wirtschaftsmagazin "Fortune". Der Upgrade-Schmäh, bei dem das Schließen des entsprechenden Dialogs als Zustimmung gewertet und das Upgrade zu einem späteren Zeitpunkt automatisch eingeleitet wurde, hat im Reich der Mitte für einen Aufschrei in sozialen Medien gesorgt. Am chinesischen Twitter-Rivalen Weibo haben 1,2 Millionen User ihren Unmut geäußert.

Die öffentliche Empörung hat auch die Internet Society of China auf den Plan gerufen. Dabei handelt es sich um eine Vereinigung von IT-Unternehmen, die Microsoft vorwirft, seine Marktmacht zu missbrauchen, um die Nutzer zur Verwendung von Windows 10 zu zwingen. Nutzer und Konsumentenschützer hätten deshalb die Möglichkeit, Microsoft zu verklagen.

Zahlreiche frustrierte User - kommt eine Klage?
Wie viele Windows-Nutzer in China von dieser Möglichkeit Gebrauch machen werden, muss sich erst noch zeigen. Angesichts der schieren Menge unzufriedener Windows-User, die sich in den sozialen Netzwerken über Microsoft empören, könnte aber durchaus eine größere Menge von Klägern zusammenkommen.

Microsoft selbst beteuert, die User hätten im Upgrade-Dialog die Möglichkeit, auf "Abbrechen" zu klicken oder einen anderen Zeitpunkt für die Installation einzustellen. Die entsprechenden Menüpunkte wurden aber gut versteckt, nicht jeder Nutzer entdeckt sie im Upgrade-Dialog sofort.

Upgrade kann zu schlechtem Zeitpunkt kommen
Welchen Schaden ein Windows-Upgrade zu einem ungünstigen Zeitpunkt anrichten kann, zeigt indes der Fall einer chinesischen PR-Firma. Sie wurde dem Bericht zufolge just an dem Tag, an dem ein wichtiger Kunde an Land gezogen werden sollte, vom Upgrade überrascht. Die Folge: Die Firma konnte ihre PCs nicht benutzen und verlor mehr als 400.000 Euro.

Aber auch anderswo haben ungewollte Windows-10-Upgrades und die zugehörigen Benachrichtigungen bereits Probleme verursacht. In den USA beispielsweise wurde ein Wetterbericht jäh unterbrochen, als der für die Anzeige der Wetterkarte genutzte PC live auf Sendung das Upgrade auf Windows 10 empfahl.

Windows 10 nur noch bis 29. Juli gratis
Microsoft verteilt Windows 10 seit der Veröffentlichung gratis an Besitzer der Vorgänger Windows 7 und 8. Die Gratis-Aktion dauert noch bis 29. Juli 2016, danach muss man Windows 10 wieder regulär für mehr als hundert Euro kaufen.

Das könnte auch User treffen, die das Gratis-Upgrade in Anspruch genommen haben. Der Grund: Die Aktivierung wird an die Hardware-Konfiguration des PCs gebunden. Werden größere Änderungen am Rechner - etwa im Zuge einer Aufrüstaktion - vorgenommen, kann das zum Erlöschen der Lizenz führen.

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