Spitäler überfüllt
Sturm-Chaos bei Fest in Budapest
Es war eine Nacht des Schreckens: Auf der Donau kenterte abseits des Feuerwerks ein Boot. Die Leiche einer Insassin wurde am Montagabend in den Fluten gefunden. Ihr Mann, der auch im Boot saß, gilt weiter als vermisst.
Meterologen hatten zuvor gewarnt
Unterdessen begann in Budapest die Suche nach den Verantwortlichen für die Tragödie: Die Meteorologen hatten Stunden vorher vor dem Sturm gewarnt, doch die Organisatoren des Feuerwerks hätten sich dafür nicht interessiert, hieß es. Eine umfassende Sachschadensbilanz gab es zunächst nicht.
Schreckensszenen bei den Feuerwerksbesuchern
Bäume stürzten um, Fensterscheiben zerbrachen, Gerüste und Dachziegel fielen auf die Besucher des alljährlichen Festes zu Ehren des Heiligen Stephan; der als erster ungarischer König und Staatsgründer verehrt wird. Völlig verstört rannten Massen von Menschen Schutz suchend in Cafés, Tiefgaragen, Unterführungen und U-Bahnschächte, die bald hoffnungslos überfüllt waren.
Die Spitäler sind restlos überfüllt
Viele Familien waren mit Kleinkindern unterwegs. In den ersten Stunden war die Polizei auch damit beschäftigt, im Gedränge verirrte Kinder wieder mit den Eltern zusammenzubringen. Zu den Todesopfern gehört auch ein zwölfjähriges Mädchen. Es wurde von einem umstürzenden Baum erschlagen. Unter den 39 Verletzten, die am Montag noch in Lebensgefahr schwebten, waren sieben Kinder. Die Ärzte hatten alle Hände voll zu tun, um Schädelverletzungen, Knochenbrüche und Blitzschlag-Opfer zu behandeln. Die Medien bezifferten die Zahl der Verletzten sogar auf 287 – die Krankenhäuser sind zum Teil restlos überfüllt.
Zweitgrößter Feiertag in Ungarn
Das Chaos war auch deswegen so groß, weil ungewöhnlich viele Menschen auf der Straße waren, um das Himmelsspektakel zu bewundern. Der Stephanstag im August gilt nach dem 15. März als wichtigster Nationalfeiertag der Ungarn. Stephan war vor 1000 Jahren Ungarns erster König christlichen Glaubens und brachte das Land zur Blüte. Zu seinem Feiertag halten Ungarns Politiker Festreden, Stephans mumifizierte rechte Hand wird als Reliquie in einer Prozession durch die Straßen getragen.
1,5 Millionen Menschen waren unterwegs
Zum Feuerwerk am Abend sollen sich laut Medienberichten anderthalb Millionen Menschen an den Donauufern, auf den Brücken und im Burgviertel befunden haben. Viele waren aus der Provinz angereist. Während Katastrophenschützer nun die Straßen von Scherben und Balken frei räumen und Versicherer den Schaden an vielen zerstörten Autos und lädierten Hausdächern feststellen, stellt sich in Budapest auch die Schuldfrage.
Festlichkeiten wären schwer abzusagen gewesen
Die Regierung leitete eine Untersuchung ein. Bürgermeister Gabor Demszky wies jede Verantwortung zurück, denn die Regierung habe das Feuerwerk organisiert. Wenn überhaupt, hätte die Regierung das Fest angesichts der vorliegenden Sturmwarnung absagen können. Doch angesichts der Bedeutung des Stephans-Feuerwerks dürfte eine solche Entscheidung die Regierenden „in ein sehr schweres Dilemma“ gestürzt haben, meinte Demszky.
Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 






Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.