Ausgangspunkt des Horror-Trips ist die mysteriöse Insel Yamijima, auf der die Hauptfiguren nach einem schweren Sturm mit blutrotem Wellengang als Schiffbrüchige landen. Mysteriös deshalb, weil die früheren Bewohner des Eilands aus bisher ungeklärten Umständen spurlos verschwunden sind. Das heißt natürlich nicht, dass die Insel deshalb unbewohnt wäre...
Stattdessen tummeln sich allerlei untote Gestalten und formlose Geschöpfe der Dunkelheit auf der Insel. Während den Geistern noch mit einer simplen Taschenlampe beizukommen ist, bedarf es zur Beseitigung der Zombies schwererer Geschütze. Neben Prügeln, Brecheisen und Eisenstangen kommen auch Pistolen, Maschinengewehre oder ein Scharfschützengewehr zum Einsatz.
Wenn möglich sollte der direkte Zweikampf allerdings vermieden werden: Tarnen und täuschen lautet die Devise. Die Gestrandeten, die oftmals auch im Duo unterwegs sind, wobei der Spieler die andere Figur befehligen kann, können sich zu diesem Zweck nicht nur ducken oder ihre Taschenlampe ausschalten, sondern - wie bereits im Vorgänger - mit der "Gegner-Sicht" durch die Augen ihrer Feinde sehen.
Per Tastendruck wird der Modus aufgerufen, mit dem Analog-Stick wird anschließend nach der Sicht eines Feindes gesucht und die Perspektive einem Button zugewiesen. Bis zu vier Gegner-Sichten lassen sich so blitzschnell aufrufen. Der Spieler weiß damit stets auf welchen Pfaden die Zombies wandeln und wo sie ihm über den Weg laufen könnten. Als besonders nützlich erweist sich das Feature aber beispielsweise auch beim Knacken von Zahlenschlössern: Ein Blick durch die Augen des Gegners verrät dem Spieler die richtige Kombination.
So nützlich diese Funktion in der Theorie auch sein mag, so nervig ist sie in der Praxis. Wie bereits der Vorgänger krankt nämlich auch "Forbidden Siren 2" an einer äußerst gewöhnungsbedürftigen Kamera und einer fummeligen, trägen und ungenaueren Steuerung. Das Ergbenis für den Spieler: Orientierungslosigkeit und Frust. Ebenfalls ärgerlich: Unsichtbare Barrieren, die einen immer wieder an den zu linearen Levelaufbau erinnern.
Punkte wettmachen kann das Spiel hingegen wieder in Bezug auf Atmosphäre und Gruselfaktor. Die Spannung generiert sich aus der Tatsache heraus, dass die scheinbar zufällig auf der Insel gestrandeten Personen eine gemeinsame Vergangenheit zu haben scheinen, die es Stück für Stück zu ergründen gilt. Neben einer gelungenen Sound-Kulisse und einer ordentlichen englischen Sprachausgabe kann "Forbidden Siren 2" auch mit einer – Motion-Capturing sei Dank - interessanten, auf Dauer aber zu düster geratenen Optik aufwarten.
Fazit: "Forbidden Siren 2" bietet viele gute Ansätze, versagt aber bei den grundlegenden Dingen wie Kamera und Steuerung. Nicht weniger schade ist, dass zu oft und schnell zwischen den spielbaren Charakteren gewechselt wird, so dass sich ein richiges Grusel-Feeling einfach nicht einstellen möchte.
Plattform: PS2
Publisher: Sony
Krone.at-Wertung: 77%
von Sebastian Räuchle
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.