Umwelt-Katastrophe

Ölpest vor Libanons Küste weitet sich aus

Ausland
07.08.2006 11:08
Die Ölpest vor der libanesischen Küste wird für die Wirtschaft des Landes und für die Fauna des Mittelmeeres dramatische Folgen haben. Das sagte der Greenpeace-Biologe Jörg Feddern am Montag in einem Gespräch mit dem Hessischen Rundfunk. Feddern verwies auf Satellitenbilder, aus denen hervorgehe, dass der Ölteppich mittlerweile 130 Kilometer lang und bis zu 30 Kilometer breit sei.

Zu wirtschaftlichen Schäden meinte Feddern, im Libanon habe sich in den vergangenen Jahren ein neuer Tourismus-Sektor entwickelt, zudem sei der Fischfang für die Region sehr wichtig. Beides sei durch Krieg und Ölteppich völlig zusammen gebrochen.

Besonders gefährdet sieht der Biologe die Grüne Meeresschildkröte. Diese vom Aussterben bedrohte Tierart habe ihre Eier an Teilen der libanesischen Küste abgelegt. "Wenn die jungen Schildkröten in den kommenden Wochen schlüpfen, müssen sie ihren Weg ins Meer finden. Da sie aber nicht über den ölverdreckten Sand hinüber kommen, werden sie sterben", sagte Feddern.

Der Ölpest hatte sich nach israelischen Luftangriffen auf die Öltanks eines küstennahen libanesischen Kraftwerks Mitte Juli entwickelt. Der Ölteppich hat inzwischen auch die syrische Küste erreicht.

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