17 Morde

Bosse rassistischer US- Gefängnisbande verurteilt

Ausland
30.07.2006 17:12
Zwei Anführer der gefürchteten US- Gefängnisbande "Arische Bruderschaft" sind am Freitag in Kalifornien wegen Mordes und Anstiftung zum Mord schuldig gesprochen worden. Den Rädelsführern der rassistischen Vereinigung, die in den 80er und 90er Jahren in Gefängnissen im ganzen Land schwarze Insassen terrorisierten, droht die Todesstrafe. Den beiden wurden 17 Morde und versuchte Morde zwischen 1979 und 1997 zur Last gelegt.

Zwei weitere Bandenmitglieder wurden wegen Beihilfe schuldig gesprochen. Barry "Der Baron" Mills (57) und Tyler "Der Hulk" Bingham (59), saßen bereits wegen anderer Delikte hinter Gittern. Bingham sollte allerdings in vier Jahren entlassen werden.

Mills sitzt eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes ab. Mit einem selbst gebastelten Messer trennte er einem Mithäftling 1979 fast den Kopf ab. Das Opfer soll ihn bei einem Drogenhandel betrogen haben. Die beiden wurden auch als Drahtzieher einer blutigen Gefängnisattacke überführt. 1997 stachen Bandenmitglieder in Lewisburg in Pennsylvania auf sechs schwarze Insassen ein. Zwei davon starben.

Bande kontrolliert US-Gefängnisse
Die in den 60er Jahren im kalifornischen San-Quentin-Gefängnis gegründete Bande soll tausende Anhänger in zahlreichen US-Haftanstalten mit brutaler Härte kontrollieren. Anwälte der Angeklagten bezeichneten das Verfahren dagegen als Verschwendung von Steuergeldern. Die Bande existiere seit Jahren nicht mehr.

Drogen und Erpressung als Betätigungsfelder
Der fünfmonatige Prozess vor einem Bundesgericht lief unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen ab. Die Angeklagten saßen mit Fußketten vor dem Richter. Zeugen, darunter frühere Bandenmitglieder, sagten aus, dass die Gruppe durch Mord und Einschüchterung ihre Vorherrschaft hinter Gittern ausbauen wollte, um ungestört ihren Drogengeschäften und Erpressungen nachgehen zu können.

Kreativität verwerflich eingesetzt
Der Prozess gab Einblick in die Methoden der Bande. Danach benutzten sie handgemachte Waffen aus Metallabfällen und Zahnbürsten und unsichtbare Tinte aus Urin und Grapefruitsaft. Nachrichten und Befehle übermittelten sie mit Hilfe eines raffinierten Netzwerks von Helfern zwischen den Häftlingen und verschiedenen Gefängnissen. Botschaften versteckten sie zum Beispiel in Besengriffen.

Die Bundesstaatsanwaltschaft plant mehrere weitere Prozesse gegen Bandenmitglieder in Gefängnissen. 2002 waren insgesamt 40 mutmaßliche Bandenmitglieder nach langjährigen Ermittlungen festgenommen worden. 

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