300 Opfer
Chirurg setzt Patienten Rinderknochen ein
Ausland
29.07.2006 12:17
Ein Medizinprofessor soll als Chefarzt der Marburger Universitätsklinik in Deutschland bei Gelenkoperationen abgelaufene und nicht zugelassene Rinderknochen-Implantate verwendet haben. Die Staatsanwaltschaft ermittle wegen gefährlicher Körperverletzung gegen ihn, sagte Oberstaatsanwalt Hans-Joachim Wölk. Es geht um bis zu 300 Fälle. Viele Patienten haben nichts davon gewusst, dass ihnen statt Schrauben und Metallstiften Rinderknochen eingesetzt worden sind. In fünf Fällen ist es sogar gegen den ausdrücklichen Willen der Patienten geschehen.
Die Universitätsklinik hat die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, nachdem sie durch ein anonymes Schreiben auf den Fall aufmerksam gemacht worden war. Der damalige Chefarzt wurde im vergangenen Jahr vom Dienst suspendiert. In 21 Fällen muss die Anklagebehörde Gutachten von Sachverständigen einholen. Sie sollen klären, ob durch die Knochenimplantate Folgeschäden entstanden sind.
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