Fr, 14. Dezember 2018

Todesfall in Toronto

22.03.2016 17:44

Früherer Skandal-Bürgermeister an Krebs gestorben

Gerade als Rob Ford zum nächsten Schlag ausholen wollte, traf ihn der Krebs. Der schwergewichtige frühere Bürgermeister der kanadischen Metropole Toronto, der sich mit Skandalen rund um Drogen, Alkohol und Sex in die internationalen Schlagzeilen katapultierte, hatte gerade seine Wiederwahl angekündigt. Doch diesen Plan konnte der 46-jährige Vater zweier Kinder nicht mehr in die Tat umsetzen. Ford starb am Dienstag, wie sein Büro mitteilte.

Der 1969 in Toronto geborene Ford, der 2010 zum Bürgermeister der Stadt wurde, war ein Berg von einem Mann, der seine Argumente gerne schreiend vorbrachte. Dann wurde sein kantiges und von rotblonden Haarbüscheln eingerahmtes Gesicht schnell knallrot - so wie damals, Ende 2013, als der Stadtrat ihm gerade einen Großteil seiner Macht entzogen hatte. "Offenen Krieg" drohte Ford daraufhin schreiend an.

Crack, Partys und sexuelle Belästigung
Vorausgegangen war ein nicht enden wollender Skandal-Marathon, durch den Ford scheinbar unbeholfen, grobmotorisch und ohne jede Schamgrenze tapste: ein Video, auf dem Ford angeblich Crack rauchend zu sehen war; Vorwürfe, Ford sei betrunken Auto gefahren, habe Partys mit Alkohol und Kokain im Rathaus gefeiert und eine Mitarbeiterin sexuell belästigt.

Ford, der auch ein wohlhabender Businessmann war und gemeinsam mit seinem ebenfalls schwergewichtigen Bruder Doug in der Realityshow "Ford Nation" auftrat, entschuldigte sich allenfalls halbherzig und schien den Rummel um seine Person zu genießen. Eines Tages wolle er Premierminister von Kanada werden, kündigte er sogar an.

Wähler aus ärmeren Schichten mochten Ford
Ford polarisierte. Die einen konnten ihn nicht ausstehen, aber ein Großteil der Bürger Torontos stand immer hinter ihm. Gerade bei Wählern aus ärmeren Verhältnissen galt er immer als beliebt, Experten hätten ihm sogar eine erfolgreiche Wiederwahl zugetraut.

Zum Schluss hatten Anhänger und Gegner gemeinsam Mitgefühl. Auf einer eigens für Ford eingerichteten Webseite trugen Hunderte Menschen Genesungswünsche für ihn ein.

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