26.07.2006 16:07 |

Planen und Ballern

Full Spectrum Warrior: Ten Hammers

Der immer mehr eskalierende Konflikt in Nahost, die prekäre Lage im Irak, der Unruheherd in Afghanistan, sowie die Situation in Teilen Afrikas und anderen Teilen der Erde erfordern immer wieder das mehr oder weniger rechtmäßige Eingreifen internationaler oder amerikanischer Eingreiftruppen.

In der Fortsetzung "Full Spectrum Warrior: Ten Hammers", die nach mehreren Verschiebungen nun doch endlich auf den Markt kommt, übernimmt man die äußerst realitätsnah dargestellte Rolle in einer dieser Armeeeinheiten.

Realistisch deshalb, da es sich bei der Simulation nur um eine leichte veränderte Variante einer Trainingssoftware der amerikanischen Streitkräfte handelt. Das bedeutet, dass alle Möchtegern-Rambos und Shooterprofis bei diesem Titel auf absolut verlorenem Posten stehen und nicht mehr als die ersten beiden Straßenecken überstehen werden. Hauptaugenmerk sollte auf ein militärisch korrektes, taktisches Vorgehen gelegt werden, um die eigene Einheit erfolgreich bis zum Missionsziel dirigieren zu können.

Zu Anfang hat man die Wahl zwischen einer Solokampagne mit ein Dutzend Missionen, welche in vier Kapiteln zusammengefasst sind, sowie Multiplayergefechten. Auf eine spannende Geschichte wurde leider verzichtet, wodurch auf Dauer die Spielatmosphäre darunter ein wenig leidet. In der ersten Mission übernimmt man eine Einheit bestehend aus vier Mann und wird in einer sehr gut gestalteten Art von Tutorial mit der komplexen Steuerung vertraut gemacht. Für absolute Neulinge im Bereich von Armeetaktiken wie Häuserkampf empfiehlt sich vorab das Studium der auf der DVD vorhandenen Ingamevideos, welche die richtigen Vorgehensweisen anschaulich erklären.

Die Steuerung erfolgt nicht unähnlich einem Echtzeitstrategiespiel über das Setzen von Wegmarken. Beim Vorrücken können dabei zusätzliche Befehle, wie etwa das Vorausschicken eines Spähers, gegeben werden. Absolute Priorität hat außerdem das Ausnutzen jeder sich anbietenden Deckungsmöglichkeit, um dem Gegner kein allzu gutes Ziel abzugeben. Sollte es einmal zu brenzlig werden, kann sich die Truppe auf einen vorher festgelegten Rückzugspunkt zurückziehen.

Des Weiteren besteht die Möglichkeit, die Einheit in Zweierteams zu splitten, um den Feind von zwei Seiten aus angreifen zu können, den Gegner mit Sperrfeuer einzudecken, Splitter- oder Rauchgranaten einzusetzen oder aber mit dem Granatwerfer am Sturmgewehr, sowie einem gezielten Schuss des Scharfschützen zum Erfolg zu kommen. Verwundete Kameraden sollten aus der Gefahrenzone geborgen und zur nächsten Sanitätseinheit gebracht werden. Dort ist auch Munition zu beziehen, die in der Hitze eines Gefechts ziemlich rasch zur Neige zu gehen droht.

Im weiteren Spielverlauf sind einerseits mehr Einheiten zu steuern, wie auch Humvees und Bradley Schützenpanzer, welche einerseits gut zur Deckung genutzt werden und andererseits durch ihre Feuerkraft so manches Hindernis aus dem Weg räumen können. Die Soldaten halten, wie im richtigen Leben, nur sehr wenige Treffer aus und so ist geplantes Vorgehen, wie schon mehrfach erwähnt, von allergrößter Bedeutung. Wenn der Teamleader oder zu viele Mitglieder der Einheit getötet wurden, muss beim letzten Speicherpunkt erneut begonnen werden.

Gerade für Anfänger kann dies anfangs trotz mehrerer Schwierigkeitsstufen und der fair verteilten Speicherpunkte ziemlich frustrierend sein.  Die Gegner verhalten sich ziemlich realitätsnah und suchen immer gezielt nach Deckung, um die Einheit des Spielers unter Feuer nehmen zu können. 

Während die Effekte und die Sprachausgabe, in Form von Funkverkehr und den Schreien der Soldaten, sehr realistisch wirken und einen so richtig in das hektische Geschehen hineinversetzt, ist die Grafik, trotz einiger kleiner Verbesserungen, nach wie vor ausbaufähig, da einzelne Texturen nicht wirklich schön aussehen.

Wer die Einzelspielerkampagne durch hat, kann sich mit dem gut in Szene gesetzten Multiplayer-Modus weitere spannende Gefechte liefern.

Fazit:
"Full Spectrum Warrior: Ten Hammers" ist eine gelungene Fortsetzung, die allen Taktikern und Simulationsfans stundenlangen Spielspass bieten wird, die über ein paar Schwächen bei der grafischen Präsentation hinwegsehen können.

Plattform: PC (gestestet), PS2, Xbox
Publisher: THQ
Krone.at-Wertung: 87%

Von Harald Kaplan

Samstag, 19. Juni 2021
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