Zerkratzter Lack, berstendes Metall und splitterndes Glas - bei "Flat Out 2" werden weder Material noch Fahrer geschont. Der arcadelastige Racer setzt dabei voll auf den Spaß an der Zerstörung und dem Geschwindigkeitsrausch. Das Ganze spielt sich dann wie eine Mischung aus "Burnout Revenge", "Destruction Derby" und "Stunt Driver".
Kernstück des Games ist der Karriere-Modus, in dem sich der Spieler erfolgreich durch die drei Rennklassen Derby, Rennen oder Straße fahren bzw. kämpfen muss. Zu Beginn einer Karriere steht der Kauf eines Wagens an. Die Fahrzeugauswahl ist für blutige Anfänger allerdings beschränkt, so dass wir uns erst einmal mit einer recht klapprigen Schrottmühle zufrieden geben müssen.
Mit zunehmendem Erfolg bei den Rennen werden nicht nur neue Strecken und Mini-Games freigeschaltet, es klingelt auch in der Kasse. Mit dem Geld können dann neue Wagen erstanden werden - je nach Rennklasse handelt es sich dabei um Muscle Cars, Sportwagen, Pickups oder Stunt Cars. Alle Fahrzeuge können natürlich auch in der Werkstatt verbessert werden, beispielsweise lässt sich die Windschutzscheibe verstärken, um beim nächsten Crash nicht aus dem Wagen geschleudert zu werden, oder die Nitro-Einspritzung pimpen.
Sowohl die Rennen selbst als auch die Strecken sind äußerst vielfältig gestaltet. So gibt es klassische Rennen im Speedway oder auf der Rallye-Strecke ebenso wie Zerstörungs-Fahrten in Arenen, in denen so viele Gegner wie möglich geschrottet werden müssen, und Stunt-Kurse. Auf jeder Strecke, sei es eine Route durch den Wald, die Wüste oder über den Asphalt, gibt es natürlich versteckte Abkürzungen, die es zu entdecken gilt, und allerlei Gegenstände, beispielsweise Schilder, die vom Spieler angefahren werden können, um so die Verfolger aufzuhalten.
Natürlich hinterlässt jeder Kontakt mit Hindernissen Spuren auf dem Auto, womit wir schon beim Schadensmodell angekommen wären. Das kann sich nämlich wirklich sehen lassen: Rückspiegel gehen verloren, Kotflügel brechen ab, Motorhauben segeln davon. Auch die sonstige grafische Darstellung weiß zu überzeugen. Besonders Licht- und Schatteneffekte auf den liebevoll und detailreich gestalteten Strecken sowie Lack-Spiegelungen der Autos sind absolut up-to-date. Wäre noch die ins Ohr gehende Musik zu erwähnen: Audioslave, Megadeth, Rob Zombie oder die Vines verwöhnen mit Rock-Krachern.
Besonders erwähnenswert sind neben dem Karriere-Modus noch die Einzelstunt-Wettbewerbe. Hierbei gilt es einen Crash-Test-Dummy aus dem Auto zu schleudern und zum Beispiel auf einer Dartscheibe zu platzieren. Je höher, weiter oder genauer der Dummy in den insgesamt 12 Stunt-Herausforderungen fliegt, umso mehr Punkte gibt es. Auf Wunsch lassen sich diese Mini-Games auch in einem Mehrspieler-Party-Modus spielen. Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit, Rennen über einen geteilten Bildschirm zu bestreiten.
Fazit: "Flat Out 2" überzeugt durch gute Grafik, eine ausgereifte Physik-Engine sowie ein realistisches Schadensmodell, tollen Sound und einen hohen Unterhaltungsfaktor. Der Karrieremodus hätte allerdings eine Spur umfangreicher ausfallen können. Arenawettkämpfe und Mini-Games machen diesen Mangel allerdings wieder wett.
Plattform: PC, PS2 (getestet), Xbox
Publisher: Eidos
Krone.at-Wertung: 84%
von Sebastian Räuchle
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.