Jazz-Puristen könnten Tills neuestes Album als seichte Fahrstuhl- oder Beischlafmusik bezeichnen. Und in der Tat: "Oceana" ist, verglichen mit den Vorgängern "Blue eyed Soul" und "That Summer", erstaunlich ruhig gehalten. Fast schon zu ruhig. Das sanfte Rauschen des Trompetenklangs, das ewige Rühren der Schlagzeug-Besen und der gemütlich vor sich hin stampfende Kontrabass sind alles andere als Muntermacher.
Doch gerade diese Relaxtheit der insgesamt zwölf Nummern sorgt für das gewisse Wohlbefinden beim Hören der CD. Hektik im Büro? Stress auf der Autobahn? Kein Problem: Einfach "Oceana" einlegen und schon sind alle Sorgen und Nöten vergessen. Dafür sorgen neben Tills Tröte auch Topmodel Carla Bruni, die Leonard Cohens "In my secret live" zum Besten gibt, Luciana Souza, die mit "Pra dizer adeus" brasilianischen Flair schafft, und Madeleine Peyroux, die Hank Williams Klassiker "I'm so lonesome I could cry" wunderschön interpretiert.
Auch der Meister höchstpersönlich greift wieder zum Mikrofon, allerdings diesmal nur auf "River Man". Schade, denn eigentlich hatte der 35-Jährige auf "That Summer" eindrucksvoll bewiesen, dass nicht nur seine Trompete, sondern auch die Stimme gut klingen. Unbedingt erwähnenswert ist auch noch Wes Montgomerys "Bumpin", der Opener des Albums, der mit dem groovenden Sound einer Hammond-Orgel verzaubert. Kurzum: Unbedingt kaufen, ehe der Sommer vorüber ist.
Fazit: 9 von 10 trötenden Tills
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