Hart, aber herzlich

Metal und sanfte Melodien glücklich vereint

Musik
11.07.2006 16:38
Stone Sour wäre wohl eine - wenn auch sehr gute, aber weitestgehend unbekannte - Band von vielen, wäre da nicht der Frontmann der Truppe: Corey Taylor, besser bekannt als grölender Clown der Metaler von Slipknot. Auch Stone Sour geizen nicht mit harten, aggressiven Riffs, entpuppen sich auf ihrem neuesten Werk "Come what(ever) may" in letzter Konsequenz aber als weniger chaotisch und eine Spur sanfter als Slipknot.
kmm

"30/30-150", der Opener des zwölf Songs starken Albums, dürfte dank ausgiebigem Doublebass-Spiel des Drummers trotz allem alle Metal-Freaks vollends zufrieden stellen. Auch "Come what(ever) may" und "Hell & Consequences" gehen voll auf die Zwölf, bevor es mit "Sillyworld" eine Spur ruhiger, ja fast schon poppig wird. "Reborn", ein Brett von einem Song, und "1st Person", dessen Nähe zu Slipknot-Songmaterial nicht zu leugnen ist, machen hingegen wieder ordentlich Druck. 

Mit "Through Glass" und "ZZYXZ RD" beweisen Corey und Co. dann noch einmal ihr Händchen für herzergreifende Melodien und schöne Arrangements. Letztere Nummer ist dank der facettenreichen Stimme des Frontmanns zugleich ein ehrwürdiger Nachfolger für "Bother" (vom Vorgänger-Album "Stone Sour"), der wohl besten Rock-Ballade der letzten Zeit. 

Kurzum: Wem Slipknot zu hart sind, der sollte sein Glück erst einmal mit "Stone Sour" versuchen. Denn wo Corey sich sonst die Seele aus dem Leib schreit, sind auf "Come what(ever) may" immer wieder sanfte Zwischentöne und sich ins Ohr bohrende Melodien zu vernehmen.

Fazit: 8 von 10 sauren Punkten

von Sebastian Räuchle

 

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