Wegen Kopftuch:

Hotelgast lehnt muslimische Bedienung ab

Ausland
05.02.2016 10:14

Die Debatte rund um das Tragen von Kopftüchern in der Öffentlichkeit ist um einen skurrilen Fall reicher. Ein weiblicher Gast eines deutschen Tagungshotels wollte sich nicht von einer muslimischen Auszubildenden bedienen lassen, da diese ein Kopftuch trug. Der Hotelchef stellte sich hinter seine Mitarbeiterin und verwies den Gast aus dem Hotel.

Wie der NDR berichtete, habe der Gast aufgrund der Terroranschläge in Paris im vergangenen November Angst vor der jungen Frau gehabt und es deshalb abgelehnt, von ihr bedient zu werden. Dabei sei die Auszubildende in Deutschland geboren. Doch der Gast habe sich dadurch nicht beeindrucken lassen.

"Nicht unsere Philosophie"
"Ich habe dem Gast zu verstehen gegeben, dass das nicht unsere Philosophie ist und dass er künftig ein anderes Hotel aufsuchen muss", sagte der Hotelchef. Er müsse sein Personal schützen.

Das Hotel habe knapp 260 Mitarbeiter, davon hätten etwa 80 Migrationshintergrund. 19 verschiedene Nationalitäten seien im Team vertreten, bei vielen Mitarbeitern höre man einen ausländischen Akzent, was ihnen teils "unverblümte Ablehnung" der Gäste einbringe. Das Hotel habe dadurch auch schon einige Gäste verloren. "Aber damit können wir sehr gut leben", so der Hotelchef.

Neue Art der Diskriminierung
Hotelpersonal, das wegen eines Kopftuchs diskriminiert wird, sei neu, sagte Rainer Balke, der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands gegenüber dem NDR. Der Kunde sei zwar König, bei Beleidigung von Mitarbeitern gebe es aber Grenzen. Dann dürfe man den Gast freundlich des Hauses verweisen.

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