Mi, 22. Mai 2019
20.01.2016 12:51

Picasso versteigert

Kunstwerke im Wert von 300.000 Euro veruntreut

Ein früherer Besitzer einer Bilderrahmenfirma in Salzburg steht im Verdacht, zwölf Bilder einer Salzburger Privatstiftung im Wert von mehr als 300.000 Euro von 2003 bis 2014 veruntreut zu haben. Laut Polizei verkaufte der 54-Jährige die Originale an internationale Galerien und Kunsthändler. Ein Bild von Picasso mit einem Versicherungswert von 218.018 Euro soll er über ein Auktionshaus versteigert haben.

Der Salzburger wurde auf freiem Fuß angezeigt. Er zeigte sich gegenüber den Ermittlern nur zum Teil geständig und meinte, ein Teil der Bilder sei bei Einbrüchen gestohlen worden. Als Motiv nannte er "Schutzgelderpressungen einer südländischen Organisation", wie die Landespolizeidirektion Salzburg am Mittwoch in einer Aussendung mitteilte. Tatsächlich soll sich der Salzburger mit dem Verkaufserlös seinen Lebensunterhalt finanziert haben.

Zwei weitere Fälle betrafen im Jahr 2014 eine Privatperson aus Salzburg, die im Geschäft des 54-Jährigen in der Landeshauptstadt zwei Bilder rahmen ließ und statt der Originale zwei Farbkopien zurückbekam. "Als die Person den Mann darauf ansprach, händigte er ihr die Originale aus. In diesen zwei Fällen handelt es sich daher um einen Versuch", so Christian Voggenberger vom Landeskriminalamt. Der Betroffene habe diesen Schwindel einem befreundeten Polizisten erzählt, danach seien Ermittlungen aufgenommen worden.

Kunstbetreuer schöpfte Verdacht
Im Fall der Privatstiftung schöpfte ein Kunstbetreuer der Stiftung Verdacht, als er 2014 eine Bestandserhebung der Kunstwerke vornahm. Dabei stellte sich heraus, dass elf Bilder fehlten und das 50 mal 64 Zentimeter große Bild von Picasso aus dem "Corrida"-Zyklus aus dem Jahr 1957, Tusche auf Papier, nur eine Kopie war. Die Stiftung erstattete Anzeige. Die Privatstiftung hatte dem Salzburger die Bilder zur konservierenden Rahmung überlassen.

Das Geschäft des Salzburgers wurde im Vorjahr geschlossen. Das Landeskriminalamt hat nun einen Abschlussbericht über die Causa an die Staatsanwaltschaft Salzburg übermittelt. Laut Voggenberger könne es durchaus sein, dass es noch mehr Geschädigte gibt, die kopierte Bilder zu Hause haben.

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Wohl hilflos ertrunken
Zwei tote Buben in Gartenteich gefunden
Welt
Nachwuchstalent
Austria Wien bindet Verteidiger Borkovic bis 2022
Fußball National
Bayern, ade?
James könnte mit Beauty nach Turin übersiedeln!
Fußball International
Durchtrainiert
Sophia Vegas: XXS-Taille drei Monate nach Geburt
Video Stars & Society
„Wünsche alles Gute“
Regierungsmitglieder von Van der Bellen angelobt
Österreich
2 Stars angeschlagen
Kein Götze-Comeback: Löw gibt Quali-Kader bekannt!
Fußball International
„Ungeheure Aussagen“
SPÖ kündigt wegen Ibiza-Video Klage gegen Kurz an
Österreich
„Alt und verwittert“
Totenkopf-Fund an Kirchentür: Keine Ermittlungen
Niederösterreich

Newsletter