Di, 21. Mai 2019
20.01.2016 08:13

Beamte erpresst

Fast-Food-Zwischenstopp für tobenden Häftling

Der Fall eines Sträflings, der während der Überstellung in eine Spezialanstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher heftig randalierte, dann einen Besuch in einem Fast-Food-Lokal einforderte und schließlich sogar seinen Willen bekam, sorgt derzeit für großes Aufsehen. Die Generaldirektion für den Strafvollzug kündigte Untersuchungen in der Causa an.

Alles begann mit der Überstellung des Häftlings von der Justizanstalt Göllersdorf in Niederösterreich in eine Spezialanstalt - aus psychiatrischen Gründen, wie die Gratiszeitung "Heute" berichtet. Doch die Fahrt in ein Hollabrunner Spital - dort sollte noch vorab ein letzter Gesundheitscheck stattfinden - sollte alles andere als komplikationslos verlaufen: Der Sträfling begann sich plötzlich derart heftig zu gebärden, dass sich die ihn begleitenden Beamten dazu entschlossen, zurück ins Gefängnis zu fahren.

Dort angekommen, machte der Häftling den Anwesenden ein nahezu unmoralisches Angebot: Sollte er einen Burger bekommen, werde er sich die weitere Fahrt über gesittet verhalten. Und tatsächlich wurde der Mann daraufhin zum Fast-Food-Lokal gebracht und durfte dort in den verlangten Burger beißen.

Gefahr durch Erpressungsversuch mit Vorbildwirkung
Mit dem Vorfall konfrontiert, erklärte das Justizministerium, man habe dadurch eine Eskalation der Lage verhindern wollen. Zudem habe der Sträfling auch Wort gehalten und sich im Anschluss bei der Fahrt in die Spezialklinik nichts mehr zu Schulden kommen lassen. "Es handelt sich um einen äußerst schwierigen und gefährlichen Täter. Wir hatten nur die Wahl: totale Eskalation oder der Forderung nachkommen", so Josef Schmoll von der Generaldirektion für den Strafvollzug.

Diese kündigte eine Untersuchung des Vorfalles an, berichtete der ORF. Zudem befürchtet man bei der Gewerkschaft, dass das Ansehen der Justizwache in Misskredit gebracht worden sei. Ihr Vorsitzender Albin Simma bezeichnete es als schweren Fehler mit möglicher Vorbildwirkung, dass dem Erpressungsversuch eines Gefangenen nachgegeben worden sei.

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Letzter Akt im Drama
Kickl von Van der Bellen aus Amt entlassen!
Österreich
„Helden sterben nie“
So trauert die Sportwelt um F1-Legende Niki Lauda
Formel 1
Opposition tobt
Sobotka: Sondersitzung erst nach EU-Wahl
Österreich
Arsenal-Mittelfeldmann
Sicherheitsbedenken: Mkhitaryan verpasst Finale!
Fußball International

Newsletter