03.01.2016 09:00 |

"F-Zero" im Geiste

"FAST Racing Neo": Highspeed-Höllenritt im Test

Wer rasend schnelle Highspeed-Rennen mit Raketengleitern mag, hatte früher oft Gelegenheit, seinem Hobby zu frönen. Rennspiel-Serien wie "F-Zero" oder "Wipeout" waren lang äußerst beliebt bei Geschwindigkeits-Junkies. In den letzten Jahren gab es aber wenig Nachschub. Nintendo ändert das nun mit einem in Deutschland entwickelten Rennspiel für die Wii U: "FAST Racing Neo". Wie sich das "F-Zero" im Geiste spielt, hat krone.at getestet.

Mit "FAST Racing Neo" vom Münchner Entwickler Shin'En gelingt Nintendo das Kunststück, seine Wii U mit einem Download-Game für 15 Euro mit einem Schlag zur besten Konsole für Geschwindigkeits-Junkies zu machen. Denn: So schnell wie "FAST Racing Neo" hat sich über alle Plattformen hinweg schon seit Jahren kein Spiel mehr angefühlt.

Mit Turbo-Boost zum Geschwindigkeits-Rausch
Das liegt nur zum Teil daran, dass man in "FAST Racing Neo" mit pfeilschnellen schwebenden Raketen-Flitzern über Pisten in eisigen Ebenen, futuristischen Städten, unter Wasser, auf riesigen Raumschiffen oder in idyllischen Wäldern braust, sondern vor allem am Gameplay, das in "FAST Racing Neo" durch eine nicht enden wollende Aneinanderreihung von Turbo-Boosts und Beschleunigungsstreifen schneller ist als bei jedem anderen Rennspiel der letzten Jahre.

Dabei gilt es nicht nur, die auf den Strecken verteilten Boost-Streifen und Tempo-Kugerl zu erwischen, sondern sie auch geschickt zu nutzen. In "FAST Racing Neo" kann der Spieler bei seinem Boliden nämlich zwischen zwei sogenannten Phasen wechseln - Blau oder Orange. Je nach Phase leuchtet der Antrieb in der entsprechenden Farbe, beim Befahren des farblich passenden Turbostreifens gibt es dann einen Boost. Passen Antriebsfarbe und Boost-Streifen nicht zusammen, wird man dagegen gebremst.

Zwischen dem Tanz auf den Beschleunigungsstreifen und dem Umschalten des Antriebs sammelt der Spieler Boost-Kugerl, um sich auch auf Geraden ohne Boost-Streifen etwas Extra-Tempo zu verschaffen. Und durch die Möglichkeit, Gegner mit Boost von der Strecke zu räumen, kommen dabei auch schadenfrohe Naturen auf ihre Kosten, die Gegner lieber ausschalten als überholen.

Download-Game mit grundsolidem Umfang
Der Umfang von "FAST Racing Neo" stimmt: Etliche freischaltbare Raketenboliden mit unterschiedlichen Beschleunigungs- und Gewichtswerten, 16 rasend schnelle und schön abwechslungsreiche Strecken mit Schanzen und dynamischen Elementen, die auf vier unterschiedlich schwere Cups verteilt sind, dazu Splitscreen- und Online-Mehrspielermodi für vier bzw. acht Spieler - für 15 Euro gibt's hier viel zu erleben. Und durch den knackigen Schwierigkeitsgrad bleibt das Game eine ständige Herausforderung. Lobenswert: Im Multiplayer werden alle Eingabegeräte, die es für die Wii U gibt, unterstützt.

Man könnte über Kleinigkeiten sinnieren - etwa, dass die Tastenbelegung nicht angepasst werden kann oder man keine echte Story zu den in "FAST Racing Neo" antretenden Teams bekommt -, im Kern haben Shin'En und Nintendo hier aber das schnellste Rennspiel seit Jahren vorgelegt und sich kaum Schnitzer erlaubt. Kleinere Mäkel - etwa die fehlende Minimap - sollen zudem schon bald per Patch ausgebügelt werden. Zum guten Gesamteindruck trägt auch das Fahrverhalten der Boliden bei, die sich schön direkt steuern und bei Bedarf mit Gewalt in die Kurve drücken lassen.

Jederzeit flüssige 60 Bilder pro Sekunde
Dass "FAST Racing Neo" so ungemein schnell daherkommt - die Screenshots können das Gefühl gar nicht vermitteln, schauen Sie sich lieber den Trailer an - liegt auch daran, dass die Entwickler das Game auf eine stabile Bildrate von 60 Bildern pro Sekunde getrimmt haben. Die Folge: Keine Ruckler, kein Stocken, kein Nachziehen, sondern einfach nur ein fesselnder und nach einer Weile fast schon Trance-Gefühl erzeugender Geschwindigkeitsrausch mit hübschen Lichteffekten und Bewegungsunschärfen.

Hier könnte sich manch anderer Entwickler eine dicke Scheibe abschneiden - selbst auf am Papier weit stärkeren Konsolen wie der PS4, wo wir uns auch schon mit 30-fps-Rennspielen herumärgern mussten. Wobei die hohe Bildrate zugegebenermaßen mit 720p-Auflösung und einem eher geringen Detailgrad bei Texturen und Levels erkauft wird, den man durch das extreme Tempo aber in der Praxis gar nicht bemerkt.

Beim Soundtrack setzt Shin'En - wie passend - auf treibende elektronische Rhythmen, die Soundeffekte halten wir ebenfalls für gelungen. Wie ein schwebendes Raketenauto zu klingen hat, vermögen wir zwar nicht zu beurteilen, aber das dezente Surren in "FAST Racing Neo" erschien im Test jederzeit passend.

Fazit: Wer auf schnelle Rennspiele steht und eine Wii U besitzt, ist bei "FAST Racing Neo" goldrichtig. Das Game erfreut nicht nur mit der gefühlt höchsten Geschwindigkeit aller aktuellen Rennspiele, sondern auch mit jederzeit flüssiger Darstellung, passendem Sound, herausfordernden Rennen und tollen Mehrspieler-Qualitäten. Die paar Kleinigkeiten - keine freie Tastenbelegung, "nur" 720p-Auflösung -, die man an "FAST Racing Neo" bemängeln könnte, halten wir dabei angesichts dessen, wie lang Genre-Fans auf ein Highspeed-Game dieser Qualität warten mussten, für verschmerzbar.

Plattform: Wii U
Publisher: Nintendo
krone.at-Wertung: 8/10

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