Helena V. (40) aus Liberec an der tschechisch-deutschen Grenze ist mit einem gut situierten Italiener verheiratet, erwartete durch künstliche Befruchtung endlich Nachwuchs. Mitte Juni war Geburtstermin - sie sollte in einer Schweizer Klinik entbinden.
Sie reiste auch ab, allerdings nach Bratislava. Und meldete telefonisch die glückliche Geburt eines gesunden Sohnes. Alles verzweifelte Lüge! Denn Helena hatte das ersehnte Baby im Februar im fünften Schwangerschaftsmonat verloren. Niemandem etwas erzählt, weiter vorgetäuscht, guter Hoffnung zu sein.
In fünf Städten nach Baby gesucht
Montag wurden Mutter und Kind daheim von der glücklichen Familie erwartet. Da hatte die 40-Jährige aber schon in fünf Städten nach einem Baby Ausschau gehalten, stand nun in Freistadt auf dem Hauptplatz - in der Hand eine Reisetasche mit Babysachen und Windeln - aber auch Klebebändern und Hammer! Beobachtete eine Frau mit einem Kinderwagen, schlich ihr nach, läutete schließlich an der Haustür.
Von hinten auf das Opfer eingeprügelt
Silvia Lubinger (29) öffnete, holte der unbekannten Besucherin auch gerne ein Glas Wasser. „Ich suche Herrn Rotinger“, behauptete Helena V., aber die junge Freistädterin konnte ihr nicht weiterhelfen. Ehe die Tschechin wieder ging, log sie: „Ich bin schwanger“ und wollte noch zur Toilette - und da sah sie im Wohnzimmer den kleinen Samuel-Elias. Zweieinhalb Monate alt, hellblau gekleidet - ein Bub! Da nahm Helena V. den Hammer aus der Reisetasche, prügelte von hinten auf ihr Opfer ein.
Nachbar Peter Sitz (40) hörte Hilfeschreie, rannte hin. „Es war wie im schlechten Film. Silvia war voll Blut, hat sich aber gut gewehrt, ist ja Kampfsportlerin“, erzählt er. „Ich hab´ sie genommen und getröstet. Obwohl einen Kopf kleiner und 30 Kilo leichter, wollte Silvia Lubinger die Angreiferin nicht in den Bauch treten. „Sie kriegt ja ein Kind, ging mir dauernd durch den Kopf.“ Das verletzte Opfer kam ins Spital, darf aber spätestens heute heim.
Foto: Chris Koller
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