Mo, 21. Jänner 2019

Pfeiffer-Chef:

07.12.2015 13:28

"Es war ein Fehler, bei Zielpunkt einzusteigen"

Der Chef der Zielpunkt-Konzernmutter Pfeiffer, Georg Pfeiffer, hat am Wochenende in einem Interview Fehler eingeräumt. "Im Rückblick war es ein unternehmerischer Fehler, überhaupt bei Zielpunkt einzusteigen. Es hätte uns klar sein müssen, dass wir dieses Projekt mit unseren Möglichkeiten als regionale Handelsgruppe nicht stemmen können", so Pfeiffer.

Gleichzeitig verteidigte der Unternehmer sich und seine Handelsgruppe und kritisierte die "unternehmerfeindliche Stimmung" im Land und das mediale Kreuzfeuer, dem er ausgesetzt sei, das bis zur Rufschädigung gehe. "Der Unternehmer ist geduldet, solange er Arbeitsplätze schafft, er sollte aber tunlichst darauf achten, kein Geld zu verdienen, weil das moralisch verwerflich ist. Er hat gefälligst zu funktionieren und keine Fehler zu machen. Und wenn einmal etwas passiert, dann ist er das große Kapitalistenschwein", so Pfeiffer im aktuellen "profil".

"Sind der größte Gläubiger im Konkurs"
Hätte man Zielpunkt gehalten, hätte das innerhalb der kommenden zwei Jahre die gesamte Pfeiffer-Gruppe mitgerissen, meinte der Trauner Unternehmer. "Wir wären komplett erledigt gewesen." Es gebe hier jedenfalls "keinen Dagobert Duck, der auf einem riesigen Geldspeicher sitzt". Zielpunkt habe die Pfeiffer-Gruppe über 50 Millionen Euro gekostet. "Wir sind auch der größte Gläubiger im Konkurs. Die Forderungen müssen wir abschreiben."

Die Kunden hätten die Bemühungen, Zielpunkt zu sanieren, nicht honoriert. "Letztlich sind es ja die Kunden, die mit ihrer Entscheidung über wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg bestimmen." Diese hätten sich aber offenbar für den Mitbewerb entschieden.

Immobiliendeal "für uns ein Verlustgeschäft"
Zum viel diskutierten Immobiliendeal meinte Pfeiffer, dass dieser ein Verlustgeschäft sei. "Circa 30 Standorte sind so schlecht, dass wir da möglicherweise gar keine Mieter mehr finden. Durch die Insolvenz ist das gesamte Paket weniger wert." Pfeiffer übernahm 68 Zielpunkt-Filialen vom früheren Eigentümer Tengelmann. Der Deal wurde praktisch zeitgleich mit der Insolvenz abgeschlossen und nährte den Vorwurf, Pfeiffer investiere lieber in Immobilien statt in den Fortbestand von Zielpunkt.

Videos aus dem krone.at-Archiv:
Pfeiffer-Chef: "Zielpunkt war Fass ohne Boden"

Kunden über Zielpunkt-Pleite: "Wirklich schade"

Lebensmittelkette Zielpunkt meldet Konkurs an

Lesen Sie auch:

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Hier gibt‘s alle Infos
Siegreiche ÖSV-Tage: Erfolge & spannende Einblicke
Video Sport
Angenehme Reise
Weg in den Urlaub: Öffis überholen Auto
Reisen & Urlaub
Einstweilige Verfügung
Streit mit Qualcomm: Nächste Schlappe für Apple
Elektronik
„Gesundes Österreich“
„Geistheiler“ darf groß in Zeitung werben
Medien
Streit um Stromzähler
Smart Meter verweigert: Anschluss gekappt
Burgenland
Tunnel unter Badewanne
So entkam Drogenboss „El Chapo“ den Fahndern
Video Viral
Fürchtet um Sicherheit
Ronaldo-Gerichtstermin: Sonderbehandlung erwünscht
Fußball International
krone.at-Sportstudio
Hirscher wird alt ++ Trauer um US-Legende
Video Show Sport-Studio

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.